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Schweinegrippe : Impfstoffhersteller kommt Ländern wohl entgegen

  • Aktualisiert am

Impfstoff Pandemrix Bild: ddp

Die Bundesländer können einen Teil ihrer Bestellung des überschüssigen Schweinegrippe-Impfstoffs offenbar stornieren. Ende Juli hatten die Länder 50 Millionen Impfdosen bestellt. Die Schweinegrippe zeigt nun aber einen milden Verlauf und die Impfbereitschaft der Bevölkerung ist gering.

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          Die Bundesländer können laut eigener Aussage einen erheblichen Umfang ihrer Bestellung des überschüssigen Schweinegrippe-Impfstoffs beim Hersteller GlaxoSmithKlinke (GSK) stornieren. Von dem Unternehmen hätten die Länder „Signale der Kulanz“ erhalten, wonach es auf die Lieferung eines „größeren Teils“ des nicht benötigten Impfstoffs verzichten wolle, teilte die Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz, Mechthild Ross-Luttmann, am Donnerstag nach Beratungen in Berlin mit.

          Genaue Zahlen nannten die beiden Verhandlungsparteien aber nicht. Die Lösung stehe noch unter Vorbehalt, da zunächst die zuständigen Gremien und die Minister zustimmen müssten. Laut Ross-Luttmann ist die endgültige Abstimmung für Mitte nächster Woche geplant.

          Die Länder hatten gefordert, dass der Pharmahersteller auf die Lieferung der Hälfte der bestellten Menge verzichtet (siehe Wohin bloß mit dem ganzen Impfstoff?). Dies würde ihnen Einsparungen von mehr als 200 Millionen Euro bringen.

          Eine Impfdosis kostet 8,33 Euro

          Die Bundesländer hatten Ende Juli 50 Millionen Impfdosen bei GSK bestellt. Die Schweinegrippe zeigt nun aber einen milden Verlauf und die Impfbereitschaft der Bevölkerung ist gering. Zudem reicht nach neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen eine einzige Spritze für den vollen Schutz gegen die Krankheit aus. Ursprünglich war von der Notwendigkeit zweier Impfungen ausgegangen worden.

          Die reinen Produktkosten für die 50 Millionen Impfdosen, die bis Ende März vollständig geliefert sein sollten, belaufen sich nach Angaben eines Sprechers des niedersächsischen Ministeriums auf 416,5 Millionen Euro. Eine einzelne Impfdosis kostet 8,33 Euro brutto. Mit der Hälfte des bestellten Impfstoffs haben die Länder nach eigenen Angaben noch genügend Serum, um 30 Prozent der Bevölkerung vor der Schweinegrippe zu schützen. Die Länder planen auch, überzählige Impfmittel an andere Staaten zu verkaufen. Anfragen dazu werden im Bundesgesundheitsministerium gebündelt.

          Auch französische Regierung hat storniert

          Die französische Regierung hatte in dieser Woche den Bezug von 50 Millionen der von ihr georderten 94 Millionen Impfdosen gegen die H1N1-Grippe bei Sanofi-Pasteur storniert, einem Gemeinschaftsunternehmen von Sanofi-Aventis, GSK, Novartis und Baxter International.

          Nach Ansicht von Experten kann bei der Schweinegrippe aber keine Entwarnung gegeben werden. Das Virus dürfe nicht unterschätzt werden, sagte der Präsident des Robert Koch-Instituts, Jörg Hacker, in der ARD. Eine zweite Welle im Februar/März sei möglich. Der Virologe Alexander Kekule rechnet nach eigenen Worten damit, dass in den nächsten Wochen die saisonale und die Neue Grippe parallel auftreten werden.



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