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Schnellerer Netzausbau : Ein überfälliger Plan

Mehr Windkraft erfordert mehr Netze, die den Strom von der Küste ins Landinnere transportieren Bild: AP

Wirtschaftsminister Glos will den Bau von Stromleitungen in einem eigenen Gesetz regeln und so vielfältige Widerstände gegen neue Trassen, Masten und Freileitungen beseitigen. Der Plan ist nicht nur folgerichtig, er ist überfällig. Andreas Mihm kommentiert.

          Ende vergangenen Jahres ist das Infrastruktur- planungsbeschleunigungs- gesetz in Kraft getreten. Es sollte für eine schnelle Genehmigung wichtiger Bauprojekte und für mehr Verlässlichkeit im Planungsprozess sorgen. Schon damals hielten nicht wenige das Gesetz hinter dem Wortungetüm für einen Papiertiger. Sie alle dürften sich in dem Vorstoß von Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) bestätigt sehen.

          Andreas Mihm

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

          Glos will den Bau von Stromleitungen in einem eigenen Gesetz regeln und so vielfältige Widerstände gegen neue Trassen, Masten und Freileitungen beseitigen. Was Glos plant, ist nicht nur folgerichtig, es ist überfällig.

          Gesetzgeber lässt Netzbetreiber im Regen stehen

          Denn bisher lässt der Gesetzgeber die Netzbetreiber im Regen stehen. Zwar verlangt der Bund einerseits den unverzüglichen Ausbau der Übertragungsnetze, etwa um Windstrom von der Nordsee und aus der Uckermark in die Verbrauchszentren zu bringen. Andererseits wehren sich Landesregierungen, Kommunen, Umweltschutzverbände, Bauern und Eigenheimbesitzer – die alle viel vom Windstrom halten – vehement gegen den Bau der notwendigen Stromautobahnen.

          Folglich wird das Netz, das durch den wachsenden Handel schon strapaziert ist, anfälliger. Der Netzausbau ist deshalb notwendig, erst recht, wenn die Regierung den Windstromanteil in den kommenden Jahren stark erhöhen will. Wer das Klima schützen will, muss Stromnetze ausbauen.

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