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Scharfe Kritik an EU : Trumps Mann für Brüssel hält Euro für fehlerhaftes Experiment

  • Aktualisiert am

Geht es nach Ted Malloch, stehen der EU stürmische Zeiten bevor. Bild: dpa

Der künftige amerikanische Botschafter bei der Europäischen Union attackiert EU und Euro. EU-Politiker tun alles, um zu verhindern, dass Ted Malloch nach Brüssel kommt.

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          Der mögliche künftige Vertreter der Vereinigten Staaten bei der Europäischen Union, Ted Malloch, bereitet die EU auf eine völlig neue Europapolitik seines Landes vor. „Es deuten sich richtungweisende Veränderungen im Verhältnis der Vereinigten Staaten zu Europa an“, sagt Malloch im „Spiegel“. Washington sei vorsichtig geworden, was internationale Organisationen angeht, so Malloch: „Aus Sicht der Vereinigten Staaten ist es oft besser, mit den einzelnen Staaten der EU bilateral zusammenzuarbeiten. Offen gesagt, befinden sich die Vereinigten Staaten dann auch im Vorteil.“

          Malloch betont, dass er den Euro als „fehlerhaftes Experiment“ ansehe. „Wenn ich an einem Handelsdesk einer Investmentbank sitzen würde, würde ich gegen den Euro wetten“, so Malloch. Wie der amerikanische Präsident Donald Trump glaubt Malloch, dass der Brexit nicht der letzte Austritt eines Landes aus der EU gewesen sein könnte: „Wenn Sie sich in Europa umschauen, können Sie fast schon zwei beliebige Buchstaben vor das Wort Exit setzen.“

          EU-Politiker machen Front gegen Malloch

          Malloch geht nach eigenem Bekunden davon aus, dass er den Job als amerikanischer Vertreter bei der EU bekommen wird, eine offizielle Bestätigung steht aber aus. Das ist aber keinesfalls sicher. Denn führende EU-Politiker machen Front gegen ihn. In einem Schreiben fordern EVP-Fraktionschef Manfred Weber (CSU) und der Vorsitzende der Liberalen-Fraktion Guy Verhofstadt dazu auf, dem Vertrauten von Präsident Donald Trump die Akkreditierung zu verweigern. Der Brief richtet sich an EU-Ratspräsident Donald Tusk und Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker. Gianni Pittella, Fraktionschef der Sozialisten, sandte am Donnerstagabend ein ähnliches Schreiben an Tusk.

          Unter dem Schutz der EU : Europa first – Der Trump-Faktor

          Malloch hatte bereits kürzlich den Niedergang der EU und den Zerfall des Euro vorhergesagt. „Diese Aussagen offenbaren unerhörte Böswilligkeit gegenüber den Werten, die die Europäische Union ausmachen“, schreiben Weber und Verhofstadt. Sollte ein offizieller amerikanischer Vertreter sich so äußern, könnte dies die transatlantischen Beziehungen der vergangenen 70 Jahre untergraben, die maßgeblich zu Frieden, Stabilität und Wohlstand auf unserem Kontinent beigetragen hätten.

          EU muss den Botschafter offiziell anerkennen

          In der „Bild“-Zeitung bezeichnete Weber eine mögliche Benennung Mallochs als inakzeptabel. „Dies sollten die Spitzen der EU-Institutionen und nationale Regierungen auch frühzeitig gegenüber der neuen US-Administration klar machen.“ Pitella warnt in seinem Brief vor Mallochs Feindseligkeit gegenüber der EU sowie deren Werten und Prinzipien. Seine Fraktion sei sich darüber im Klaren, „dass Herr Malloch nicht als offizieller Vertreter bei der EU akzeptiert werden und zur persona non grata (unerwünschte Person) erklärt werden sollte“. Auch der Vizepräsident des Europaparlaments, Alexander Graf Lambsdorff (FDP), sprach sich in der „Bild“ gegen Malloch aus: „Ich bin strikt dagegen, Ted Malloch die Akkreditierung als Botschafter zu erteilen.“ Damit ein Botschafter bei der Europäischen Union offiziell anerkannt wird, sind mehrere Schritte nötig. Hat nur ein EU-Staat Vorbehalte, scheitert der Kandidat. Im letzten Schritt wird der Kandidat vom Ratspräsidenten eingeladen und schließlich offiziell akkreditiert.

          Malloch hatte auch in Interviews mit der britischen BBC Ende Januar scharf gegen die EU geschossen. „Ich hatte in einer früheren Karriere mit einem diplomatischen Posten dabei geholfen, die Sowjetunion zu Fall zu bringen. Vielleicht gibt es jetzt eine andere Union, die etwas Zähmung braucht.“ Den Zusammenbruch des Euros erwartetet er für die kommenden 18 Monate.

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