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Schadensbilanz des Hochwassers : Rekordverdächtige Flut

  • Aktualisiert am

Land unter im bayrischen Deggendorf vor einem Montag, am 09. Juni Bild: dpa

Die Flut in Ostdeutschland und Bayern im Juni ist nach einer Schadensbilanz der Münchener Rück womöglich die Naturkatastrophe mit den höchsten Schäden aller Zeiten in Deutschland.

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          Das Hochwasser der vergangenen Wochen gehört für die deutsche Volkswirtschaft nach einer Schätzung der  Münchener Rück zu den bislang teuersten Naturkatastrophen. In jedem Fall war das Hochwasser in Süd- und Ostdeutschland und den angrenzenden Staaten nach Einschätzung der Münchener Rück die mit Abstand teuerste Naturkatastrophe im ersten Halbjahr.

          Die Flut verursachte einen Schaden von mehr als zwölf Milliarden Euro und einen versicherten Schaden von gut drei Milliarden Euro, wie der weltgrößte Rückversicherer am Dienstag mitteilte. „Der weitaus größte Teil der versicherten Schäden entfiel auf Deutschland.“„Es ist gut  möglich, dass es die teuerste Naturkatastrophe in der deutschen Geschichte wird“, sagte der Leiter der Georisikoforschung des  Rückversicherers, Peter Höppe, der „Süddeutschen Zeitung“.

          Die Schweizer Rückversicherung Swiss Re hatte die Hochwasserschäden auf 2,7 bis 3,5 Milliarden Euro geschätzt. Experten des Rückversicherungsmaklers Willis Re veranschlagen den versicherten Schaden durch das Hochwasser europaweit auf bis zu vier Milliarden Euro.

          Für Deutschland geht der Gesamtverband der Deutschen  Versicherungswirtschaft (GDV) nach einer Schätzung von vergangener Woche von einem Gesamt-Versicherungsschaden durch die Fluten von rund zwei Milliarden Euro aus. Die Rückversicherer müssen für einen Teil der Kosten aufkommen, die Versicherungen den Flutopfern erstatten.

          Finanzminister Jens Bullerjahn (SPD) will an diesem Dienstag die Hochwasser-Schäden in Sachsen-Anhalt beziffern. Fest steht, dass die Flut aus dem Jahr 2002 weit übertroffen worden ist. Besondere Schwerpunkte sind die Regionen an den Zusammenflüssen von Elbe und Saale sowie Elbe und Havel. Dort waren Deiche gebrochen. Riesige Flächen wurden überflutet, noch immer ist nicht alles frei von den Wassermassen.

          2002 war der Schaden in Sachsen-Anhalt mit einer halben Milliarde Euro beziffert worden, rund 55 000 Hektar landwirtschaftliche Fläche waren überflutet, 1500 Unternehmen vom Hochwasser betroffen. Etwa 10.000 Wohnhäuser wurden beschädigt.

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