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Sinkende Öleinnahmen : Saudi-Arabiens Finanzminister nach 20 Jahren abgesetzt

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Finanzminister Ibrahim Al-Assaf hatte 1996 seinen Job angetreten. Bild: dpa

Schluss nach 20 Jahren: Der letzte Vertraute des verstorbenen Königs Abdullah ist seinen Job los. Steckt ein Streit ums Öl dahinter?

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          Im Zuge wirtschaftlicher Reformen wegen sinkender Öleinnahmen ist der saudi-arabische Finanzminister entlassen worden. Ibrahim al-Assaf sei „seines Amts enthoben worden“, hieß es am Montag in einem königlichen Erlass, wie die amtliche Nachrichtenagentur SPA meldete. Der 67-Jährige hatte 20 Jahre lang das Finanzressort des Königreichs geleitet. Sein Nachfolger ist Mohammed Aldschadaan, der seit Anfang vergangenen Jahres der Börsenaufsicht vorstand.

          Seit Beginn des drastischen Ölpreisverfalls 2014 kämpft der größte Erdölexporteur der Welt mit einem wachsenden Staatsdefizit. In diesem Jahr beträgt es voraussichtlich umgerechnet 80 Milliarden Euro.

          Das Land bemüht sich wegen des Preisverfalls darum, seine Wirtschaft breiter aufzustellen, denn die Einnahmen aus dem Ölexport machen einen Großteil des Staatshaushalts aus. Zudem wurden eine Reihe von Sparmaßnahmen beschlossen, darunter die Kürzung von Ministergehältern und die Verschiebung großer Projekte.

          Al-Assaf war der letzte Vertraute des Königs Abdullah, der im vergangenen Jahr gestorben war. Seit seinem Tod war eine Reihe von Ministern abgesetzt worden, zuletzt Ölminister Ali al-Naimi im Mai. Die neuen Minister und der neue Zuschnitt der Ressorts sollten die Verwirklichung des ehrgeizigen Reformplans „Vision 2030“ erleichtern. Der Umbau des Kabinetts trug die Handschrift des Sohns des Königs, des erst 31 Jahre alten zweiten Kronprinzen Muhammad Bin Salman. Als Vorsitzender des Hohen Wirtschaftsrats trägt dieser Verantwortung für die Wirtschaftspolitik, und als Verteidigungsminister ist er für die saudische Armee zuständig.

          In einer ersten Kabinettsumbildung vor gut anderthalb Jahren hatte der damals neue König Salman vor allem junge Persönlichkeiten berufen, in der Kabinettsbildung im Mai kamen dann erfahrene Technokraten zum Zug.

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