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Nach Bautzen und Clausnitz : Sachsens IT-Firmen macht Ausländerhass Sorgen

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Mitarbeiter des Chipherstellers Globalfoundries in Dresden. Bild: dpa

Ein blockierter Flüchtlingsbus, dann die Behinderung der Feuerwehr, die den Brand in einem Heim löschen will: Sachsens wichtige Chipindustrie sorgt sich um den Standort.

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          Die ausländerfeindlichen Zwischenfälle in Sachsen bereiten der deutschen Chipindustrie Kopfzerbrechen. „Die Schlagzeilen, die jeden Tag auf uns als Bürger und Unternehmer einprasseln, machen ziemlich klar, dass wir ein Problem haben. Das ist eindeutig“, sagte Heinz Martin Esser, Präsident des regionalen Branchenverbands Silicon Saxony. „Wir heben darauf ab, dass wir als Industrie am Standort international starke Verbindungen haben. In unserer Hightech-Industrie arbeiten Mitmenschen aus vielen Ländern, die für unsere Wirtschaftsgemeinschaft Großes leisten.“

          Sachsen ist traditionell das Mekka der Halbleiterindustrie in Deutschland. Rund 50.000 Menschen arbeiten dort in der Branche, Infineon und der arabische Auftragsfertiger Globalfoundries unterhalten hier wichtige Werke. „Wir brauchen diese Globalität. Wir werden alles dafür tun, sie an unserem Wirtschaftsstandort zu erhalten“, erklärte Esser.

          Geplant sei eine gemeinsame Erklärung der 350 Mitgliedsfirmen und eine Kommunikationskampagne auch innerhalb der Betriebe. „Das, was hier auf der Straße passiert, macht die Leute nicht fröhlich.“

          Insider aus der Branche sagten zudem, dass sich manche Unternehmen bemühten, Besprechungen mit internationalen Teilnehmern nicht montags in Dresden abzuhalten, wenn dort die islamfeindliche Pegida-Bewegung demonstriere.

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