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Gegen den Rubelverfall : Russlands Zentralbank erhöht Leitzins auf 17 Prozent

  • Aktualisiert am

Der Wert des russischen Rubels ist in den vergangenen Wochen stark gesunken. Bild: Röth, Frank

Mit einer drastischen Leitzinserhöhung versucht die russische Notenbank die steigende Inflation im Land und den anhaltenden Rubelverfall zu stoppen. Die Anleger reagieren positiv.

          Die russische Zentralbank hat den Leitzins drastisch angehoben und will so den rasanten Wertverlust des Rubel stoppen. Der Zinssatz liege von Dienstag an bei 17 Prozent nach zuvor 10,5 Prozent, teilte die Notenbank in der Nacht mit. Der Kurs der russischen Währung legte nach der Bekanntgabe der Entscheidung kräftig zu. Zum Teil machte der Rubel seine Verluste vom Montag wieder wett, als er den stärksten Rückgang an einem Tag seit 1998 verzeichnet hatte. „Die Entscheidung zielt darauf ab, die erhöhten Risiken einer Rubelabwertung und einer Inflation wesentlich zu begrenzen“, erklärte die Zentralbank.

          Anleger reagierten positiv auf die Entscheidung der Notenbanker. „Das ist definitiv ein Schritt in die richtige Richtung“, sagte Jorge Mariscal von UBS Wealth Management in New York. „Das zeigt, dass sie ernsthaft besorgt sind, mit welcher Geschwindigkeit der Rubel nachgibt.“

          Absturz des Rubels

          Die Talfahrt der russischen Währung hatte sich aus Furcht vor einer Verschärfung der westlichen Sanktionen im Zuge der Ukraine-Krise beschleunigt. Die bisherigen Strafmaßnahmen schlagen bereits auf die russische Wirtschaft durch. Die Konjunktur ist eingebrochen. Der Rubel fällt auf immer neue Rekordtiefs. Investoren ziehen Milliarden Dollar ab. Russische Firmen haben nur noch beschränkten Zugang zu den internationalen Kapitalmärkten. Hinzu kommt der sinkende Ölpreis, der der von Öl- und Gasexporten stark abhängigen russischen Wirtschaft zu schaffen macht.

          Der Ausblick für die Wirtschaft hat sich seit dem Sommer merklich eingetrübt. Die Notenbank in Moskau schätzt, dass die Wirtschaft im kommenden Jahr um 4,5 Prozent schrumpfen dürfte, wenn der Ölpreis im Schnitt bei 60 Dollar pro Barrel liegt. Den russischen Präsidenten Wladimir Putin stellt die wirtschaftliche Entwicklung vor große Herausforderungen. Seine Popularität beruht nicht zuletzt auf dem Versprechen von Stabilität und Wohlstand.

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