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Russland und Ukraine : Gasstreit spitzt sich zu

  • Aktualisiert am

Wie lange wird das Gas noch fließen? Bild: REUTERS

Russland und die Ukraine streiten weiter über die Gaslieferverträge - und es scheint jetzt ernst zu werden. Nachdem alle Gespräche am Freitag gescheitert sind, kündigte Gasprom einen Lieferstopp ab Dienstag an.

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          Der abermalige Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine hat sich zugespitzt. Verhandlungen zwischen dem russischen Gasmonopolisten Gasprom und dem ukrainischen Energieversorger Naftogas endeten am Freitag ergebnislos, wie ein Gasprom-Sprecher in Moskau nach Angaben der Agentur Interfax mitteilte.

          Gasprom traf Vorkehrungen, um die Exportmenge für die Ukraine vom kommenden Dienstag an zu drosseln. Der Gasmonopolist warf der Ukraine am Freitag vor, sie sei „überhaupt nicht zu einer Prüfung des Problems bereit“, erklärte Gasprom-Sprecher Sergej Kuprianow. Gasprom werde die Gaslieferungen an das Nachbarland daher ab Dienstagmorgen um 10 Uhr stoppen, sagte Kuprianow der Nachrichtenagentur RIA-Nowosti.

          Lieferstopp schon mehrfach angedroht

          Die Ukraine schuldet Gasprom nach russischen Angaben umgerechnet eine Milliarde Euro. Durch die Ukraine fließt ein Großteil des russischen Erdgases für Kunden in der Europäischen Union.

          Die ukrainische Seite hatte noch am Nachmittag mitgeteilt, alle vertraglichen Verpflichtungen seien erfüllt worden. Das Geld sei bereits an den Zwischenhändler Ros Ukr Energo überwiesen worden, hieß es in Kiew. Bei einem Gasstreit zwischen beiden Ländern vor zwei Jahren war es auch bei den Endkunden in der EU vorübergehend zu Engpässen gekommen.

          Russland hatte zuletzt mehrfach einen Lieferstopp angedroht (siehe dazu auch: Gasprom droht Ukraine mit Lieferstopp). Auslöser des jüngsten Streits sind verringerte Lieferungen von relativ billigem Gas aus Zentralasien über Russland an die Ukraine. Russland sah sich deshalb in den vergangenen Monaten gezwungen, mehr vom eigenen Gas beizusteuern, wodurch sich der Gesamtpreis erhöhte. Zentralasien hatte die Lieferungen wegen einer ungewöhnlich starken Frostperiode in der Region reduziert.

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