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Neue Eskalation : Russland droht: Ukraine bekommt weniger Gas

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Russland droht mit dem Lieferstopp Bild: dpa

Wenn die Ukraine nicht milliardenschwere Schulden begleicht und Geld im Voraus zahlt, dreht Moskau den Gashahn vielleicht schon im Juni zu. Dabei nennt Russland immer andere Beträge.

          Russland setzt der Ukraine die Rohstoff-Pistole auf die Brust: Moskau droht dem vom Zerfall bedrohten Staat, schon im Juni weniger Erdgas zu liefern. Sollte die mit einer unbezahlten Milliarden-Rechnung in der Kreide stehende Regierung in Kiew in diesem Monat keine Vorauszahlung leisten, werde der staatlich-kontrollierte Erdgas-Konzern Gasprom seine Lieferungen drosseln, sagte der russische Energieminister Alexander Nowak am Freitag.

          Er äußerte sich in Warschau nach Verhandlungen mit seinem ukrainischen Kollegen Juri Prodan und dem deutschen EU-Energiekommissar Günther Oettinger. Die Gas-Schulden des Nachbarlandes bezifferte Nowak auf rund 3,5 Milliarden Dollar.

          Ob das tatsächlich die ausstehende Summe ist, könnte aber fraglich sein. Denn aus Russland werden auch andere Beträge genannt: Zuletzt hatte beispielsweise Gasprom-Exportchef Alexander Medwedew vom ukrainischen Rohstoffkonzern Naftogas 11,4 Milliarden Dollar verlangt wegen nicht eingehaltener Klauseln über Gaslieferungen, berichtete die russische Nachrichtenagentur Interfax. Naftogaz habe im vergangenen Jahr nur 12,9 Milliarden Kubikmeter Gas importiert anstatt der vereinbarten 41,6 Milliarden Kubikmeter Gas, hieß es.

          Russlands Energieminister Nowak äußerte nun überdies die Sorge, dass die Ukraine nicht in der Lage sein könnte, in den Sommermonaten genug Gas zu speichern, um den Transit nach Westeuropa im Winter zu garantieren. Der ukrainische Energieminister Prodan sagte, sein Land sei bereit, faire Marktpreise zu zahlen, nicht aber Gasproms jüngste Preiserhöhungen.

          Notfalls werde man den Fall vor ein Schiedsgericht bringen. Oettinger zufolge zeigten beide Seiten die Bereitschaft, eine ähnliche Eskalation wie in der politischen Krise in dem Gasstreit vermeiden zu wollen. Die EU deckt gut ein Drittel ihres Gas- und Ölverbrauchs mit Lieferungen aus Russland.

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