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Russland protestiert : IWF ändert Kredit-Regeln zugunsten der Ukraine

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Der IWF möchte der Ukraine auch helfen, wenn sie nicht alle Kredite pünktlich zurückzahlt. Bild: dpa

Der Internationale Währungsfonds ändert offenbar eine wichtige Regel: Er will Ländern auch Geld geben, wenn sie gegenüber staatlichen Gläubigern in Zahlungsrückstand geraten.

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          Der Internationale Währungsfonds (IWF) kommt der Ukraine im Schuldenstreit mit Russland wohl zu Hilfe: Er beabsichtigt, seine Kredit-Regeln zu ändern, um Länder weiter finanziell unterstützen zu können, die gegenüber ihren Gläubigern in Zahlungsrückstand geraten, sagte ein Sprecher des Fonds in Washington.

          Das IWF-Exekutivdirektorium (die Führung des Fonds) habe eine Abkehr von der jetzigen Politik beschlossen. Details dazu würden in den kommenden Tagen bekanntgegeben. Der russische Finanzminister Anton Siluanow erklärte umgehend, die Entscheidung richte sich gegen die Regierung in Moskau.

          Russland pocht im Falle der Ukraine auf die Rückzahlung von Schulden in Höhe von drei Milliarden Dollar und leistet damit Widerstand gegen eine von der Regierung in Kiew geplante Umschuldung von insgesamt 15 Milliarden Dollar. Russland weigert sich, dem mit privaten Gläubigern vereinbarten Forderungsverzicht beizutreten und argumentiert, die noch im Dezember fällige Fremdwährungsanleihe müsse als zwischenstaatlicher und nicht als privater Kredit behandelt werden.

          Ein Milliarden-Forderungsverzicht der Gläubiger ist Teil eines internationalen Hilfspakets im Volumen von 40 Milliarden Dollar für die Ukraine. Der IWF hat dem Land als Teil dessen Kredithilfen in Höhe von 17,5 Milliarden Dollar eingeräumt. Der IWF akzeptiert bislang Zahlungsrückstände bei privaten Gläubigern, aber nicht bei Staaten. Würde die Ukraine die Anleihe nicht bedienen, wäre somit das IWF-Hilfsprogramm für das hoch verschuldete und wirtschaftlich angeschlagene Land in Gefahr.

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