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Preisschock für Kiew : Russland macht Erdgas für die Ukraine noch viel teurer

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Russland ist der wichtigste Gaslieferant der Ukraine. Bild: dpa

Gerade erst hat der mächtige russische Erdgaskonzern Gazprom der Ukraine die Gas-Rechnung erhöht. Nun langt er nochmal kräftig hin, macht nun insgesamt 80 Prozent mehr.

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          Im Streit um russische Gaslieferungen an die Ukraine erhöht Moskau den Druck: Dem Nachbarland werde nun auch der letzte Rabatt auf seine Bezugspreise gestrichen, sagte der russische Ministerpräsident Dmitri Medwedew am Donnerstag. Schon am Dienstag hatte der russische Staatskonzern Gazprom, Putins blaue Armee, den Preis pro tausend Kubikmeter Erdgas um mehr als ein Drittel auf 385,50 Dollar (knapp 280 Euro) erhöht. Nun verkündete Unternehmenschef Alexej Miller laut der russischen Nachrichtenagentur Itar-Tass, dass ab April 485 Dollar fällig würden. Im europaweiten Vergleich ist das ein Spitzenwert.

          Die Gaslieferungen an die Ukraine werden von Moskau seit langem als Druckmittel verwendet. Miller traf sich an diesem Donnerstag in Moskau mit dem Interimsleiter des ukrainischen Energieministeriums, mehreren Abgeordneten sowie dem Direktor des staatlichen Energieversorgers Naftogaz. Auch mit dem russischen Ministerpräsidenten Medwedew führte Miller ein Gespräch.

          Gazprom gab eine schriftliche Erklärung heraus, dass Naftogaz „seine inzwischen aufgelaufenen Schulden“ in Höhe von gut 2,2 Milliarden Dollar (umgerechnet 1,6 Milliarden Dollar) bei Russland „sofort“ begleichen müsse. Die Ukraine deckt zurzeit etwa 60 Prozent ihres Gasbedarfs mit Hilfe russischer Lieferanten.

          Im Jahr 2010 war zwischen Kiew und Moskau eine Rabattregelung ausgehandelt worden, damit Russland im Gegenzug seine Schwarzmeerflotte auf der ukrainischen Krimhalbinsel belassen kann. Inzwischen hat Russland die Krim aber seinem eigenen Staatsgebiet einverleibt.

          Der russische Energiekonzern Gazprom fordert von der Ukraine aber nicht nur mehr Geld fürs Gas. Er verlangt auch, dass das Land seine Gas-Speicher auffüllt, um Liefer-Engpässe
          in Westeuropa zu vermeiden. Es bestünden ernsthafte Sorgen, dass der Weitertransport nach Europa gefährdet sein
          könnte, weil die Speicher nicht mehr ausreichend gefüllt seien, erklärte Firmenchef Miller.

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