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Neue Sanktionen : Russland erwägt Importverbot für Autos

  • Aktualisiert am

Volkswagen betreibt ein eigenes Werk im russischen Kaluga. Bild: dpa

Der Sanktions-Wettlauf zwischen dem Westen und Russland geht weiter: Nun denkt der Kreml über ein Einfuhrverbot für Autos aus westlichen Ländern nach.

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          Die Sanktions-Spirale zwischen Russland und dem Westen dreht sich weiter: Der Kreml erwägt angeblich, die Einfuhr von Autos aus Europa und den Vereinigten Staaten zu verbieten, sollten diese ihre bereits verhängten Sanktionen ausweiten.

          Ein entsprechender Vorschlag sei Präsident Wladimir Putin schon übermittelt worden, berichtete die Zeitung „Vedomosti“ in ihrer aktuellen Ausgabe. Entschieden habe der Machthaber darüber aber noch nicht. Allerdings sollen wohl nicht alle ausländischen Fahrzeuge generelle gebannt werden - in Russland hergestellte sollen demnach auch weiter produziert und verkauft werden dürfen. Ford, Volkswagen, Renault, Toyota und Hyundai betrieben eigene Werke in dem Land.

          Bislang hat die Führung in Moskau untersagt, Lebensmittel einzuführen aus den jenen Ländern, die ihrerseits Sanktionen gegen Russland erlassen haben. Besonders betroffen davon sind vor allem Bauern in Polen und anderen osteuropäischen Ländern, die bisher viel auf den russischen Markt geliefert haben. Zuvor hatten die EU, die Vereinigten Staaten und einige andere Staaten wegen des Krieges im Osten der Ukraine und der Annektion der Krim-Halbinsel Sanktionen gegen russische Unternehmen und einzelne Personen verhängt.

          Wenn Russland Einfuhren verbietet, schadet es jedoch nicht nur den ausländischen Herstellern, sondern mutmaßlich noch viel mehr dem eigenen Volk: Denn das Land ist auf Importe angewiesen. Im Grunde verkauft es dem Rest der Welt Öl und Gas und kauft dafür von Lebensmitteln, über Autos und Industriemaschinen vieles ein.

          In der ersten Jahreshälfte standen importierte Autos für rund 27 Prozent des Autoabsatzes in Russland, berichtet „Vedomosti“. Im Bereich der Lastwagen standen die eingeführten Wagen demnach sogar für 43 Prozent des Absatzes, bei Bussen sollen es 13 Prozent gewesen sein.

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