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Russischer Wirtschafts-Boss : Wenn die Deutschen nicht liefern, kaufen wir woanders

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Der mächtige Rosneft-Chef Igor Setschin auf dem Welt-Öl-Kongress in Moskau vor wenigen Wochen. Bild: dpa

Der mächtige Rosneft-Chef Igor Setschin sichert zu, wie vereinbart Öl und Gas zu liefern, auch im Winter. Zugleich kritisiert er die Sanktionen gegen Russland scharf: „So wird Hass gesät.“

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          Der staatliche russische Energiekonzern Rosneft hat Deutschland trotz der Spannungen zwischen Moskau und dem Westen sichere Öl- und Gaslieferungen über den Winter zugesagt. „Rosneft und andere russische Unternehmen werden sich streng an ihre Lieferverträge halten, die mit Krediten und Vertragsstrafen abgesichert sind“, sagte Konzernneft-Chef Igor Setschin dem „Spiegel“.

          Die Sanktionen des Westens gegen seinen Konzern und andere russische Firmen kritisierte er hingegen scharf. „Sanktionen sind eine Art von Krieg. So wird Hass gesät, Rachsucht kommt ins Spiel.“ Alle litten darunter. Es sei ein Irrweg, Unternehmen in einen politischen Konflikt hineinzuziehen.

          Und er sagte insbesondere an Bundesrepublik gerichtet: „Wenn die Deutschen nicht liefern wollen, kaufen wir eben in Südkorea oder China. Wenn das deutsche Ziel darin besteht, die eigenen Unternehmen kein Geld mehr verdienen zu lassen, bitte schön.“ Seit Jahresbeginn sind die russischen Technologie-Einfuhren aus Deutschland schon gesunken.

          Weil Russland im Osten der Ukraine Krieg führt, hat der Westen russische Firmen und einzelne Personen mit Strafmaßnahmen belegt. So darf sich beispielsweise Rosneft auf dem amerikanischen Finanzmarkt kein Geld mehr leihen. Dies betrifft Anleihen und Darlehen mit einer Laufzeit von mehr als drei Monaten.

          Bereits im Frühjahr hatten die Vereinigten Staaten Setschin mit Einreise- und Kontensperren belegt. Amerika und die Europäische Union wollen Russland mit den Sanktionen dazu bewegen, den Krieg zu beenden und insbesondere die Separatisten zu mäßigen.

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