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Angst vor Sanktionen : Russische Firmen ziehen Milliarden aus dem Westen ab 

  • Aktualisiert am

Auch russische Rohstoffriesen holen ihre Geld aus dem Ausland zurück. Bild: dpa

Weil sie Strafmaßnahmen Amerikas fürchten, ziehen russische Konzern angeblich Milliarden-Summen von westlichen Konten ab. Sogar die Notenbank in Moskau. Ein wichtiges Pipeline-Projekt mit Europa geht aber wohl weiter.

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          Aus Angst vor Sanktionen gerade der Vereinigten Staaten ziehen russische Unternehmen offenbar Milliarden-Summen von Konten im Westen ab. Das berichtet die „Financial Times“ und beruft sich auf Bankenkreise in Moskau. Die teilweise dem russischen Staat gehörenden Großbanken VTB und Sberbank aber auch der Energiekonzern Lukoil gehörten zu den Unternehmen, die Geld gerade von solchen Banken abzögen, die in den Vereinigten Staaten engagiert sind, heißt es. Sie reagierten damit auf die gerade gescheiterten letzten diplomatischen Annäherungsversuche zwischen dem amerikanischen Außenminister John Kerry und seinem russischen Widerpart Sergej Lawrow.

          Im Fokus steht dabei das an diesem Sonntag anstehende Referendum, in dem die Bewohner der zur Ukraine gehörenden Halbinsel Krim entscheiden, ob sie sich Russland anschließen wollen. Es wird damit gerechnet, dass je nach Ausgang schon am Montag neue Sanktionen gegen Russland auf den Weg gebracht werden könnten.

          „Gelackmeierte Deutsche“

          Infolge der wachsenden Angst vor einer Eskalation der Situation sind die Aktienkurse an der Moskauer Börse stark gefallen, außerdem befindet sich der Kurs des Rubel im Sinkflug. Die zehn reichsten Russen, angeführt von Alisher Usmanov, hätten (deswegen) allein in der vergangenen Woche netto 6,6 Milliarden Dollar Vermögen verloren, berichtet die „FT“ weiter und bezieht sich auf Zahlen der Datenanbieters Wealth-X.

          Dabei bereiten sich wohl nicht nur russische Unternehmen auf Sanktionen vor, sogar die Zentralbank in Moskau hat sich womöglich schon weniger verletzlich gegen Strafmaßnahmen gemacht. Daten der wichtigen regionalen Notenbank von New York zeigten, dass ausländische Investitionen (zu denen auch die russische Notenbank zählt) insgesamt ihr Engagement in amerikanischen Staatsanleihen in der Woche bis zum 12. März um 105 Milliarden Dollar verringerten. Russland hielt nach Angaben des amerikanischen Finanzministeriums zum Ende des vergangenen Jahres Anleihen der Vereinigten Staaten im Volumen von beinahe 140 Milliarden Dollar.

          Während sich Russland finanziell gerade aus den Vereinigten Staaten zurückzieht, kappt das Land seine Zusammenarbeit mit der Europäischen Union wohl nicht radikal. Das Gas-Pipeline-Projekt South Stream, hinter dem der russische Erdgas-Monopolist Gazprom, der italienische Versorger Eni, das französische Energieunternehmen EDF und der deutsche Chemiekonzern BASF stehen, kündigten an, einen Vertrag über 2 Milliarden Euro mit dem italienischen Anbieter Saipem geschlossen zu haben. Das Unternehmen soll das Unterwasserstück der Verbindung zwischen Russland und Bulgarien bauen - Start soll Juni sein.

          Unterdessen warnte der ehemalige Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) die Bundesregierung vor Strafaktionen gegen Russland. „Wirtschaftssanktionen sind ein völlig ungeeignetes Element in der Außenpolitik“, sagte er dem „Focus“. Entsprechende Schritte des Westens in der Ukraine-Krise und Gegenmaßnahmen der russischen Regierung würden beide Seiten treffen. Zudem werde sich China an Wirtschaftssanktionen nicht beteiligen. „Insofern bleiben die Handelswege für Russland zum Weltmarkt offen“, sagte der Vorsitzende des Bundestags-Wirtschaftsausschusses. „Die Gelackmeiertsten wären wieder einmal wir Deutschen.“

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