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Jonathan Hill : EU-Finanzkommissar legt Amt nach Brexit-Votum nieder

  • Aktualisiert am

Jonathan Hill Bild: AFP

Nach dem Brexit-Votum seiner Landsleute hat der britische EU-Finanzkommissar Jonathan Hill seinen Rücktritt angekündigt. Inzwischen ist auch klar, wer seine Aufgaben übernimmt.

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          Nach dem Votum Großbritanniens für einen EU-Austritt hat der britische EU-Finanzkommissar Jonathan Hill seinen Rücktritt angekündigt. Er sei sehr enttäuscht vom Ausgang der Volksabstimmung über die Europäische Union, teilte er am Samstag in Brüssel mit.

          „Ich glaube nicht, dass ich als britischer EU-Kommissar so weitermachen sollte, als wäre nichts geschehen“, heißt es in einer Stellungnahme Hills. „Was geschehen ist, kann nicht ungeschehen gemacht werden. Jetzt müssen wir unsere neue Beziehung zu Europa so gut machen wie möglich.“

          Hill ist Mitglied der konservativen Partei des zurückgetretenen Premierministers David Cameron. Als Sonderberater arbeitete er schon für einen Minister von Margaret Thatcher. Während der Labour-Regierung arbeitete er unter anderem als Gründungsdirektor einer PR-Agentur, die auch Lobbyarbeit für Banken machte.

          Als die Konservativen 2010 die Regierung übernahmen, wurde er in den Adelsstand erhoben. Inzwischen ist er Mitglied des „House of Lords“. Dass Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker ihn ausgerechnet zum Finanzkommissar machte, der auch für die Finanzmarktregulierung zuständig ist, sah mancher als Versöhnungsgeste, die helfen sollte, Großbritannien in der EU zu behalten.

          Bei seinem Amtsantritt war Hill als „radikaler Anti-Europäer“ bekannt, im Wahlkampf zur Volksabstimmung bezog er allerdings als einziger EU-Kommissar überhaupt Stellung: auf der Seite der EU-Freunde.

          Während der Ausstiegsverhandlungen wird Großbritannien weiterhin in der Europäischen Kommission vertreten sein. Zuvor war spekuliert worden, dass Jonathan Hill in dieser Zeit sein Amt behalten, aber die Zuständigkeit für die Finanzmarktregulierung verlieren könnte. Nun müsste die britische Regierung laut den EU-Regeln einen Nachfolger nominieren. Fraglich ist allerdings, ob das schnell geschieht oder ob der zurückgetretene Premierminister David Cameron diese Entscheidung seinem Nachfolger überlässt – Spekulationen gehen sogar dahin, dass der Platz ganz frei bleibt.

          Hills Aufgaben sollen nun erst mal von Kommissions-Vizepräsident Valdis Dombrovskis mit übernommen werden, der bisher schon die Wirtschafts- und Finanzthemen koordiniert.

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