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Robert Zoellicks Nachfolger : Jim Yong Kim wird neuer Weltbankchef

Wie es Tradition ist: Der neue Chef der Weltbank kommt aus den Vereinigten Staaten - und heißt Jim Yong Kim Bild: dpa

Nach gut einstündiger Diskussion entscheidet sich das Direktorium der Weltbank: Der Amerikaner Jim Yong Kim wird ihr neuer Präsident. Damit wird eine Tradition aufrechterhalten, die auf Kritik stößt.

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          Der Amerikaner Jim Yong Kim wird neuer Präsident der Weltbank. Das Direktorium der Entwicklungshilfeorganisation entschied sich am Montag nach gut einstündiger Diskussion für den 52 Jahre alten Präsidenten des Dartmouth College in New Hampshire. Mit Kim wird die Tradition aufrechterhalten, dass der Weltbankpräsident aus den Vereinigten Staaten kommt. Schwellen- und Entwicklungsländer dringen hier auf eine Änderung und verlangen mehr Einfluss. Eine Einigung der großen Schwellenländer auf einen Kandidaten der Entwicklungsländer kam jedoch nicht zustande. Südafrika und Brasilien unterstützten die nigerianische Finanzministerin Ngozi Okonjo-Iweala. In Weltbankkreisen hieß es, Kim habe allerdings Unterstützung von Russland, Indien und China erhalten.

          Jim Yong Kim : Neuer Weltbank Chef gewählt

          Patrick Welter

          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          Für Stirnrunzeln sorgt in diesem Zusammenhang in der Weltbank, dass der scheidende Präsident Robert Zoellick gerade erst den Chinesen Xian Zhu zum Vizepräsidenten für ethische Angelegenheiten berufen hatte. Sorgen unter den europäischen Mitgliedstaaten richten sich darauf, dass andere neu zu besetzende Stellen wie die des Finanzchefs und des Präsidenten der International Finance Corporation künftig nicht mehr von Europäern besetzt werden könnten.

          Kim wird im Juli für fünf Jahre die Nachfolge des jetzigen Präsidenten Robert Zoellick antreten, der nicht wieder kandidieren wollte. Der gebürtige Koreaner wanderte mit seinen Eltern im Alter von fünf Jahren in die Vereinigten Staaten aus. Kim ist studierter Arzt und Anthropologe. Er genießt großes Ansehen in der internationalen Gesundheitspolitik. Kim ist Mitgründer der privaten Entwicklungshilfeorganisation „Partners in Health“, die unter anderem in Peru und auf Haiti hochgelobte Programme gegen Tuberkulose und Aids durchgeführt hat. Für die Weltgesundheitsorganisation WHO leitete er ein erfolgreiches Aids-Programm. Die überraschende Entscheidung der amerikanischen Regierung, Kim zu nominieren, war auf Kritik gestoßen, weil er keine Erfahrung mit der Weltbank mitbringe.

          Erstmals standen in diesem Jahr drei Kandidaten zur Wahl, nachdem die 187 Mitgliedstaaten der Entwicklungshilfeorganisation sich im Jaht 2011 auf eine transparente Auswahl verpflichtet hatten, die nach Qualität der Kandidaten und nicht nach Nationalität erfolgen soll.

          Der kolumbianische Ökonom José Antonio Ocampo hatte seine Bewerbung am Wochenende aufgegeben. Die unterlegene Ökonomin Okonjo-Iweala und der südafrikanische Finanzminister Pravin Gordhan kritisierten am Montag noch vor der Entscheidung, dass die Wahl nicht nach der Qualität der Kandidaten erfolge. „Wissen Sie, diese Entscheidung beruht nicht wirklich auf Verdiensten“, sagte Okonjo-Iweala in der nigerianischen Hauptstadt Abuja. Es sei eine Wahl mit politischen Gewichten.

          Kim wird im Sommer die Nachfolge des jetzigen Weltbank-Präsidenten Robert Zoellick angetreten
          Kim wird im Sommer die Nachfolge des jetzigen Weltbank-Präsidenten Robert Zoellick angetreten : Bild: dapd

          Gordhan sagte in Johannesburg, es stelle sich die Frage, ob das Verfahren auf demokratischen Grundsätzen gründe. Die Wahl des Weltbankpräsidenten werde künftig nie wieder wie zuvor laufen, gab sich Okonjo-Iweala aber kämpferisch. Afrika habe gezeigt, dass es Menschen hervorbringe, die fähig seien, die Weltbank zu leiten.

          Mit der Wahl Kims teilen sich die Vereinigten Staaten und die Europäer weiter die Spitzenpositionen der beiden internationalen Finanzinstitutionen. Den Internationalen Währungsfonds führt die Französin Christine Lagarde. Die Europäer hatten im vergangenen Jahr darauf bestanden, weil der IWF stark in die Lösung der Euro-Schuldenkrise involviert ist.

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