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Neue Studie : Rentner arbeiten nicht des Geldes wegen

  • -Aktualisiert am

Auch im Rentenalter weiterarbeiten: Erich Boos ist Zeitungsausträger in Wiesbaden. Bild: Picture-Alliance

Kein Geld im Alter: Für viele junge Menschen ist das eine schlimme Vorstellung. Doch wenn Rentner weiter arbeiten, dann liegt das nicht unbedingt daran, dass sie arm sind.

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          Wenn Menschen im Rentenalter weiter arbeiten, dann liegt das nicht hauptsächlich daran, dass sie arm sind. Das zeigt eine Studie, die das Deutsche Institut für Altersvorsorge am Dienstag veröffentlicht hat.

          Was das Vermögen angeht, sind es tendenziell sogar eher reichere Menschen, die im Rentenalter weiter arbeiten.

          • In der Gruppe der erwerbstätigen Rentner machen Personen mit einem Haushaltsnettovermögen von mehr als 250.000 Euro den größten Anteil aus.
          • Wenn Menschen im Rentenalter nicht mehr arbeiten, dann haben sie in der Regel trotzdem nur ein kleines bis gar kein Vermögen.

          Die Wissenschaftler stellen auch fest, dass es keinen Hinweis darauf gibt, dass Menschen mit einer sehr geringen Rente sich besonders stark am Arbeitsmarkt engagieren. Es zeigt sich aber, dass die Wahrscheinlichkeit einer Erwerbstätigkeit unabhängig von der Rentenhöhe gleich groß ist.

          Bild: Deutsches Institut für Altersvorsorge

          Seit den Rentenreformen aus den Jahren 2001 und 2002 sind die Rentenbezüge schrittweise gesunken. Die Wissenschaftler sollten nun nachprüfen, ob Menschen, die im Rentenalter weiter arbeiten, das deshalb tun, weil sie arm sind.

          Die Forscher bewerten die Zusammenhänge, die sie in der Studie präsentieren, als „überraschend“. Denn die Ergebnisse zeigten, dass unzureichendes Vermögen und zu geringes Einkommen nicht die Hauptgründe für Erwerbstätigkeit im Alter seien.

          Bild: Deutsches Institut für Altersvorsorge

          Aus der Studie geht außerdem hervor in welchen Bereichen Menschen im Rentenalter arbeiten:

          • Wenn Rentner vollzeitbeschäftigt arbeiten, dann sind sie meistens selbstständig tätig. Die Forscher sagen, dass das daran liegen könnte, dass sie an ihrem eigenen Unternehmen hängen und es weiterführen möchten.
          • Grundsätzlich dominiert die geringfügige Beschäftigung. Wenn ein Mensch im Rentenalter geringfügig arbeitet, dann könnte es daran liegen, dass er weiter am Berufsleben teilhaben möchte.

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          Hinter der Studie steht die Deutsche Bank

          Wissenschaftler der Universität Bayreuth haben die Studie im Auftrag des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA) erstellt. Auf ihrer Website bezeichnet sich das Institut als „Denkfabrik der Altersvorsorge“. Das DIA wurde 1997 von der Deutschen Bank gegründet.

          Für die Studie haben die Forscher Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung ausgewertet. Das Panel wird seit 1984 zu Fragen wie Bildung, Arbeitsmarkt und Einkommen jährlich weitergeführt und ist ein repräsentativer Datensatz.

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