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Rentenversicherung : Bundesbank warnt vor höheren Rentenbeiträgen

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Der Nachhaltigkeitsfaktor wirkt nicht nachhaltig genug. Die Bundesbank warnt, daß die Rentenbeitragssätze bis 2030 deutlich über 22 Prozent steigen könnten.

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          Der zum 1. Januar eingeführte Nachhaltigkeitsfaktor in der gesetzlichen Rentenversicherung kann sein Ziel verfehlen, bis zum Jahr 2030 einen Anstieg des Beitragssatzes auf mehr als 22 Prozent zu verhindern. Davor warnt die Deutsche Bundesbank im Monatsbericht für Februar. Verantwortlich dafür sei eine Schutzklausel, die Rentenkürzungen verhindert. Die Bundesbank schlägt vor, ausgelassene Rentenkürzungen später nachzuholen.

          Mit dem Nachhaltigkeitsfaktor wurde vom Januar an die Rentenanpassungsformel verändert. Die Rentenerhöhungen fallen nun geringer aus, wenn die Zahl der Beitragszahler als Folge der demographischen Schrumpfung oder der Lage am Arbeitsmarkt zurückgeht. Dieser Mechanismus kann nur Rentenerhöhungen begrenzen; er kann keine Rentenkürzungen auslösen ("Schutzklausel"). So wird es etwa in diesem Jahr eine Nullrunde geben, obwohl nach Analyse der Bundesbank die 2004 praktisch stagnierenden Entgelte und die gestiegene Zahl der Rentner zu Beitragszahlern eigentlich eine Rentenkürzung bedingt hätten.

          Als Folge der Schutzklausel greift der Nachhaltigkeitsfaktor nach Analyse der Bundesbank nur, wenn Löhne und Gehälter mit mindestens 1 bis 1,5 Prozent steigen. In Jahren mit geringerem Entgeltzuwachs verhindere die Schutzklausel eine notwendige Rentenkürzung und erhöhe auf diese Weise im Laufe der Jahre das Rentenniveau dauerhaft. Eine Modellrechnung zeigt, daß bei stark schwankender Entgeltentwicklung der notwendige Rentenbeitragssatz im Jahr 2030 deutlich über den höchstens angestrebten 22 Prozent liege.

          Dieses Risiko könne vermieden werden, wenn ausgelassene Rentenkürzungen in entgeltschwachen Jahren in Folgejahren mit höherem Lohnzuwachs "nachgeholt" würden, heißt es. Die Renten müßten dann entsprechend weniger stark wachsen.

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