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Rentenerhöhung : Vier oder fünf Prozent mehr sind drin

  • Aktualisiert am

Rund 20 Millionen Rentner leben in Deutschland Bild: dpa

So ein kräftiges Plus gab es zuletzt vor über 20 Jahren: Die Renten werden wohl deutlich steigen. Das liegt nicht nur an der guten Wirtschaftslage.

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          Die gut 20 Millionen Rentner in Deutschland können sich einem Bericht der „Frankfurter Rundschau“ zufolge auf die kräftigste Rentenerhöhung seit mehr als 20 Jahren freuen. Wegen der sehr guten Wirtschaftslage und eines statistischen Sondereffekts gehen die Experten der Deutschen Rentenversicherung und des Bundessozialministeriums von einer Anhebung der Altersbezüge um vier bis fünf Prozent aus, berichtet die Zeitung. Das wäre rund doppelt so viel wie im laufenden Jahr und deutlich mehr als die durchschnittliche Lohnerhöhung der Arbeitnehmer.

          Beschlossen wird die zum 1. Juli 2016 anstehende Rentenerhöhung erst im kommenden Frühjahr. Bereits Ende Oktober aber legen Rentenkassen und Regierung eine Hochrechnung auf Basis der aktuellen Indikatoren vor, und die weisen dem Bericht zufolge nach oben. Nach den internen Juli-Zahlen des Renten-Schätzerkreises würden die Altersbezüge im nächsten Jahr um 4,35 Prozent im Westen und um 5,03 Prozent im Osten angehoben, so die Zeitung. Ein West-Ruheständler mit einer Brutto-Standardrente von 1314 Euro nach 45 Beitragsjahren käme somit auf einen Zuschlag von rund 57 Euro im Monat. Derart kräftige Anhebungen hatte es zuletzt 1993 gegeben.

          Statistischer Sondereffekt

          Im laufenden Jahr waren die gesetzlichen Altersgelder im Westen um 2,1 und im Osten um 2,5 Prozent erhöht worden. Ausschlaggebend für die ungewöhnlich positive Entwicklung im nächsten Jahr sei vor allem die Lage am Arbeitsmarkt, berichtet die Zeitung. Hinzu komme ein Sondereffekt: Durch eine Umstellung in der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung sei die Rentenanpassung in diesem Jahr zu schwach ausgefallen. Dieser Statistikknick werde im nächsten Jahr ausgeglichen.

          Die Renten-Rücklage sank von Juli bis August von 32,6 auf 31,8 Milliarden Euro. Doch die demographische Veränderung schlägt absehbar immer schneller auf die Rente durch. Die Rentenreserven werden sich laut offiziellen Schätzungen in den kommenden Jahren kontinuierlich verringern.

          Die Altersbezüge der Rentnerinnen mit Kindern sind durch die 2014 eingeführte Mütterrente laut einem Bericht der „Bild“-Zeitung erheblich gestiegen. Mütter erhielten dadurch je nach Anzahl der Kinder bis 152 Euro mehr Altersrente als ein Jahr zuvor.

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