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Rente : Beitragszahlern droht ein Rentensatz von 19,7 Prozent

  • Aktualisiert am

Die Renten steigen nicht, die Beiträge dagegen schon Bild: picture-alliance / dpa/dpaweb

Wegen niedriger Beitragszahlungen im laufenden Jahr muß die Rentenkasse im November 600 Millionen Euro Kredit vom Bund aufnehmen. Der Schätzerkreis Rente warnt vor einem Anstieg der Beiträge im Jahr 2007.

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          Im Jahr 2007 ist ein Anstieg des Beitragssatzes zur gesetzlichen Rentenversicherung auf 19,7 Prozent der Bruttoeinkommen zu befürchten. Das verlautete am Dienstag aus dem Schätzerkreis Rente.

          In seine jüngste Prognose hat der Kreis, dem Fachleute der Ministerien und Rentenversicherungsträger angehören, die neuen Annahmen der Bundesregierung zu Wirtschaftswachstum und Beschäftigung einfließen lassen.

          Die Regierung hatte ihre Wachstumsprognose für 2006 in der vergangenen Woche von 1,6 auf 1,2 Prozent gesenkt. Der Sprecher des Bundessozialministeriums, Klaus Vater, sagte zur Rentenprognose: „Ich gehe davon aus, daß auch die nächste Bundesregierung alles tun wird, um eine Beitragssatzerhöhung zu vermeiden.“

          600 Millionen Darlehen des Bundes

          Im kommenden Jahr wird der Rentenbeitragssatz nach Ansicht des Schätzerkreises mit 19,5 Prozent stabil bleiben. Dabei seien auch die erwarteten Zusatzeinnahmen für die Rentenkasse berücksichtigt worden. Durch die vorgezogene Abführung der Sozialbeiträge der Unternehmen um zwei Wochen erhalten die Sozialkassen 2006 dreizehn statt zwölf Monatseinnahmen. So stehen der Rentenkasse 9,6 Milliarden Euro mehr Geld zur Verfügung.

          Wegen der unerwartet niedrigen Beitragseinnahmen in diesem Jahr muß die Rentenkasse Ende November ein Darlehen des Bundes von voraussichtlich 600 Millionen Euro in Anspruch nehmen, das bis Jahresende wieder zurückgezahlt werden soll. Der Schätzerkreis erwartet für das gesamte Jahr ein Minus bei den Beitragseinnahmen von 0,8 Prozent. Im Juli hatte er noch einen Rückgang von 0,3 Prozent angenommen.

          Rücklagen der Rentenversicherer zu gering

          Schon seit September erhalten die Rentenversicherer vorgezogene Raten des Bundeszuschusses. Auch Ende Oktober müssen für die Rentenzahlung voraussichtlich rund 1,3 Milliarden Euro verfrüht bezahlt werden. Für Beiträge zur Pflege- und Krankenversicherung der Rentner sowie für den Risikostrukturausgleich sind weitere rund 800 Millionen Euro erforderlich.

          Zum Jahresende 2005 bleibt nach der Prognose des Schätzerkreises eine Rücklage der Rentenversicherer von rund 1 Milliarde Euro. Dies entspräche rund 7 Prozent einer Monatsausgabe; gesetzlich vorgeschrieben ist eine Reserve von 20 Prozent. Ende 2006 werde die Rücklage voraussichtlich wieder bei 4,9 Milliarden Euro oder 31 Prozent einer Monatsausgabe liegen, heißt es.

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