https://www.faz.net/-gqe-8vf5n

Kommentar : Gerechte Steuer

Erbschaftssteuer: Nicht alles, was gerecht ausschaut, ist es auch. Bild: dpa

Die Koalition aus Union, SPD und Grünen hat im vergangenen Jahr die Erbschaftssteuer reformiert. Gerechter wurde die Lage dadurch nicht. Schade.

          Gut besteuern will gelernt sein. Manche lernen es nie. Auf Druck des Bundesverfassungsgerichts hat eine supergroße Koalition aus Union, SPD und Grünen vergangenes Jahr die Erbschaftsteuer reformiert. Sie hat die gerügten Vergünstigungen beschnitten, nicht abgeschafft. Im Kern ist es dabei geblieben: Man hat weiterhin hohe Steuersätze von bis zu 50 Prozent.

          Damit dies in Betrieben beim ohnehin kritischen Generationenwechsel keine fatalen Folgen hat, gibt es weiterhin Ausnahmen für Unternehmenserben. So hat die Politik eine Chance vertan, wie der Wissenschaftliche Beirat beim Bundesfinanzministerium nun zu Recht anmerkt.

          Auch wenn die Passage zur Erbschaftsteuer nicht im Zentrum seines Gutachtens zur Einkommensgleichheit steht, macht er hier einen wichtigen Punkt. Es ist richtig, daran zu erinnern, dass es besser wäre, alle Vermögensarten gleich zu besteuern, aber mit deutlich niedrigeren Sätzen.

          Offenbar lässt sich ein System mit Ausnahmen für Unternehmenserben und hohen Steuersätzen politisch leichter verkaufen, selbst wenn diese Sätze nur auf dem Papier stehen. Was auf den ersten Blick gerecht ausschaut, muss noch lange nicht gerecht sein.

          Manfred Schäfers

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

          Folgen:

          Weitere Themen

          Die Erfolge des Niki Lauda Video-Seite öffnen

          Tod einer Formel-1-Legende : Die Erfolge des Niki Lauda

          Der Österreicher Niki Lauda feierte in der Formel 1 große Erfolge und ließ sich auch von Unfällen und Verletzungen nicht unter kriegen. Die rote Kappe wurde zu seinem Markenzeichen. Mit 70 Jahren ist er nun im Kreis der Familie verstorben.

          Topmeldungen

          Lencke Steiner, Spitzenkandidatin der Bremer FDP für die Bremer Bürgschaftswahl, könnte einem Jamaika-Bündnis im Wege stehen.

          FDP in Bremen : Im Reich des Tschakka

          Die aus dem Fernsehen bekannte Spitzenkandidatin der Bremer FDP, Lencke Steiner, gilt als Marketingtalent, aber auch als Hindernis für eine Jamaika-Koalition – beides steht in einem Zusammenhang.
          Der Lautsprecher Amazon Echo ermöglicht den Kontakt mit Alexa – viele Menschen werden mit ihr bald mehr sprechen als mit ihrem Umfeld, glaubt die Unesco.

          Kritik von der Unesco : Alexa, förderst du Vorurteile über Frauen?

          Eine Frauenstimme, die jeder Bitte folgsam nachkommt: Laut einem Bericht der Unesco tragen Sprachassistenten wie Alexa und Siri zur Verbreitung von Geschlechterklischees und der Akzeptanz von sexistischen Beleidigungen bei.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.