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Reformpaket für Telekommarkt : Roaming-Gebühren sollen bis 2016 fallen

  • -Aktualisiert am

Die EU-Kommission will die Roaming-Gebühren abschaffen - Vieltelefonierern wie der Kanzlerin käme das gelegen Bild: dpa

EU-Kommissarin Neelie Kroes hat ihre Reformpläne für den Telekommunikationsmarkt vorgelegt: Sie will Roaminggebühren abschaffen. Außerdem sollen Kunden die Geschwindigkeit ihres Netzzugangs leicht überprüfen können.

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          Die Roaming-Gebühren in der Europäischen Union sollen bis zum Jahr 2016 fallen. Das sagte EU-Kommissarin Neelie Kroes bei der Vorstellung eines Pakets von Reformvorschlägen, mit dem sie der Entwicklung des Telekommunikationsmarkts in Europa Schwung verleihen will.

          Hendrik Kafsack

          Wirtschaftskorrespondent in Brüssel.

          Zugleich will sie die Verbraucherrechte, vor allem durch die Abschaffung der Roaminggebühren für Handynutzung im EU-Ausland, stärken. Die EU habe ihre Vorreiterrolle im Telekomsektor eingebüßt und drohe im globalen Wettbewerb den Anschluss zu verlieren, sagte die Niederländerin am Donnerstag bei der Vorstellung des Pakets in Brüssel.

          Einen Schub für Innovationen erhofft sie sich zudem durch neue EU-Regeln zur Sicherung der Netzneutralität. Die Konzerne sollen den Zugang ihrer Kunden zu bestimmten Diensten wie kostenlose Angebote zum Versenden von Kurznachrichten oder Internettelefonie nicht mehr unterbinden oder bremsen dürfen. Das ist derzeit weit verbreitet, oft ohne dass die Kunden das wissen. Erlauben will Kroes den Telekomkonzernen indes im Gegensatz zu Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP), Pakete mit verschiedenen Geschwindigkeiten beim Zugang zum Internet anzubieten. Die Telekomkonzerne könnten somit neue Geschäftsmodelle ausprobieren, sagte Kroes. Zugleich erhielten innovative Unternehmen die Sicherheit, dass ihre Dienste nicht ausgebremst würden.

          Rösler versuchte in Berlin, den Eindruck handfester Meinungsverschiedenheit zu vermeiden. Trotz offener Fragen sei der Vorschlag verglichen mit den ursprünglichen Kommissionsplänen ein wichtiger Schritt nach vorn. Grundsätzlich aber wolle er das Internet, so wie wir es heute kennen, erhalten. Auch künftig müssen alle Daten und Datenpakete grundsätzlich gleich behandelt und schnellstmöglich weitergeleitet werden.

          Die Verbraucher will Kroes insbesondere durch die Abschaffung der Roaming-Gebühren von 2014 an besser stellen, wie FAZ.NET am Sonntag exklusiv berichtet hatte. Die Telekomkonzerne sollen diese bis 2016 schrittweise für die gesamte EU abschaffen. Tun sie das nicht, müssen sie ihren Kunden von 2014 an ermöglichen, ohne technische Schwierigkeiten und den Wechsel der Telefonnummer im Ausland lokale Anbieter zu nutzen. Bisher wenig beachtet wurde, dass dieser Teil des Vorschlags schon heute im EU-Recht für 2014 festgeschrieben ist. Auslandsgespräche im Festnetz sollen in der EU nur noch maximal soviel kosten dürfen wie ein Ferngespräch im Inland. Auch sollen die Kunden die Geschwindigkeit ihres Netzzugangs leicht überprüfen können, etwa auf speziellen Internetseiten.

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