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Kinderverzicht-Prämie : Ärger über den „Club of Rome“

Hätten die Japaner in den Siebziger Jahren die Angst des „Club of Rome“ geteilt, wären viele Japaner heute nicht auf der Welt. Bild: dpa

Die Menschen müssen auf Kinder verzichten, fordern Autoren des wachstumskritischen „Club of Rome“. Dafür bekommen sie wenig Verständnis. Nicht mal die Grünen sind vollständig begeistert.

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          Autoren des „Club of Rome“ fordern die Menschen auf, sich mit dem Kinderkriegen zurückzuhalten – in der deutschen Politik bekommen sie dafür wenig Verständnis. Selbst bei den Grünen stoßen die Ideen nicht auf volle Begeisterung. „Ungezügelter Konsum ist zerstörerisch für unseren Planeten und unsere Lebensgrundlage. Die Lösung liegt aber nicht in einer ,Ein-Kind-Politik’, wie sie nun vorgeschlagen wird“, sagte die stellvertretende Franktionsvorsitzende Kerstin Andreae der F.A.Z. „Wir können schlecht nach dem Motto handeln ,schaffen wir den Menschen ab, dann geht es der Umwelt gut’“.

          Patrick Bernau
          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          In einem neuen Bericht an den „Club of Rome“ fordern zwei Autoren eine Geldprämie von 80.000 Dollar, die zum 50. Geburtstag an Frauen ausgezahlt werden soll, die höchstens ein Kind großgezogen haben. „Meine Tochter ist das gefährlichste Tier der Welt“, hatte Berichts-Koautor Jorgen Randers bei der Buchvorstellung gesagt. Sie verbrauche 30-Mal mehr Ressourcen als Kinder in Entwicklungsländern. Deshalb müssten die Geburtenzahlen auch in Industriestaaten sinken. „In meinem Land haben wir mit Geldprämien die Kinderzahl auf 1,8 Kinder pro Frau gesteigert“, sagte er. „Für diese Kinder wird Steuergeld ausgegeben, und sie kommen erst 25 Jahre später ins Erwerbsleben. Erst dann hat man jemanden, der Steuern zahlt. Diese Strategie ist falsch und dumm.“

          Unter dem Titel „Ein Prozent ist genug. Mit wenig Wachstum soziale Ungleichheit, Arbeitslosigkeit und Klimawandel bekämpfen“ fordern zwei Autoren des wachstumskritischen Clubs zudem mehrere Maßnahmen, die das Wirtschaftswachstum dämpfen sollen, beispielsweise zusätzliche gesetzliche Urlaubstage und eine Beschränkung des internationalen Handels: Sie sprechen sich explizit gegen Freihandelsabkommen wie TTIP aus. Durch die Beschränkung des Handels würden zwar einige Produkte teurer, aber das nütze der Umwelt. Gleichzeitig fordern sie staatliche Umverteilung von Geld und Arbeitsplätzen, um Arbeitslosigkeit und Ungleichheit zu bekämpfen.

          Der stellvertretende Fraktionschef der Union, Michael Fuchs, lehnt die Vorschläge ab: „Wachstum, Innovation und Außenhandel sind notwendige Bedingungen für steigenden Wohlstand und soziale Sicherheit auch in der Breite der Bevölkerung. Die Rezepte des Club of Rome funktionieren einfach nicht“, sagte er der F.A.Z.  „Der Club of Rome hat auch in den vergangenen Jahrzehnten immer schief gelegen mit seinen Prognosen. Nach dessen Vorhersagen wären z. B. die Ölvorräte in der Welt längst ausgegangen. Am Ende hat auch das nicht gestimmt.“

          Auch Ungleichheits-Fachmann Andreas Peichl am Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung in Mannheim ist von den Vorschlägen nicht begeistert: „Das hört sich an wie: Von der Marktwirtschaft zum Sozialismus – wenn alle arm sind, sind alle gleich. Aber das ist nicht der richtige Weg“, sagte er der F.A.Z. „Menschen streben immer nach mehr. Solange man das nicht akzeptiert, wird so eine Politik nicht funktionieren.“

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