https://www.faz.net/-gqe-7iyo4

Reaktion auf Enthüllungen : Google ist außer sich wegen NSA-Spionage

  • Aktualisiert am

Eine Google-Mitarbeiterin in einem Rechenzentrum in Oregon. Bild: AP

Der Internetkonzern Google reagiert empört auf die neuen Ausspäh-Berichte. NSA-Chef Keith Alexander versucht indes zu beschwichtigen: Nicht Millionen, sondern bloß Tausende Nutzer seien infiltriert worden.

          Der Internetkonzern Google hat mit scharfen Worten auf das Anzapfen seiner Datenleitungen durch den amerikanischen Geheimdienst NSA reagiert. „Wir sind aufgebracht darüber, wie weit die Regierung scheinbar gegangen ist, um Daten aus unseren privaten Glasfaser-Netzwerken abzugreifen“, erklärte Chefjustiziar David Drummond. „Und das unterstreicht die dringende Notwendigkeit für eine Reform.“

          Zuvor hatte die „Washington Post“ unter Berufung auf Dokumente aus dem Fundus von Edward Snowden berichtet, dass die NSA sich in die Leitungen einklinke, die die Rechenzentren von Google untereinander verbinde. Dadurch könne die NSA die Daten Hunderter Millionen Nutzerkonten abgreifen. Laut Drummond ist Google allerdings schon länger besorgt, dass es zu derartigen Schnüffeleien durch die Hintertür kommen könne. Deshalb würden immer mehr Verbindungen und Dienste verschlüsselt, insbesondere für die in diesem Fall aufgezeigten.

          Klar ist offenbar auch, um welche Google-Dienste es geht: Auf einem Dokument, das die Washington Post veröffentlichte und der NSA zuschrieb, waren Googles E-Mail-Dienst Gmail, die Online-Büroprogramme Docs und der Kartendienst Maps aufgeführt.

          NSA-Chef: Wir haben keinen Zugang

          „Wir haben keinen Zugang zu Google-Servern, Yahoo-Servern und so weiter“, sagte hingegen NSA-Chef Keith Alexander kurz nach Bekanntwerden des Berichts auf einer Internetsicherheits-Konferenz in Washington. Die NSA besorge sich einen Gerichtsbeschluss. Zugleich sagte Alexander aber auch: „Es sind auch nicht Millionen, es geht um Tausende. Und fast alle richten sich gegen Terrorismus und andere solche Dinge.“

          Google gehört zu den größten Kritikern der NSA-Spionage. Google verlangt zusammen mit anderen Unternehmen des Silicon Valley wie Yahoo, Facebook und Microsoft, mehr Details über geheimdienstliche Anfragen veröffentlichen zu dürfen.

          Die großen amerikanischen Internetkonzerne fürchten sonst, Nutzer zu verlieren. „Wir gewähren keiner Regierung, der amerikanischen Regierung eingeschlossen, Zugang zu unseren Systemen“, erklärte Chefjustiziar Drummond. Selbiges hatte auch Yahoo der „Washington Post“ versichert.

          Weitere Themen

          Washington bremst chinesische Talente aus

          Handelsstreit : Washington bremst chinesische Talente aus

          Die verschärfte Politik der amerikanischen Regierung gefährdet nach Darstellung einiger Unternehmen ihre Chancen, die besten Talente für anspruchsvolle technische Stellen zu rekrutieren – denn die kommen vor allem aus China.

          Huawei-Bann wieder gelockert Video-Seite öffnen

          90 Tage Zeit : Huawei-Bann wieder gelockert

          Im Streit um den Ausschluss des Netzausrüsters Huawei vom amerikanischen Markt hat die amerikanische Regierung einen Aufschub von drei Monaten für Technologieexporte an das chinesische Telekommunikationsunternehmen gewährt.

          Jamie Olivers Restaurantkette ist pleite

          Starkoch : Jamie Olivers Restaurantkette ist pleite

          Lange Zeit war Oliver einer der kommerziell erfolgreichsten Köche der Welt. Nun droht „Jamie’s Italian“ das Aus. Die Gruppe ist schon länger in Schwierigkeiten – und Oliver gehört nicht mehr zu den reichsten Briten.

          Ford streicht 7000 Stellen Video-Seite öffnen

          Sanierungsprogramm : Ford streicht 7000 Stellen

          Durch den Sparkurs sollen pro Jahr etwa 600 Millionen Dollar eingespart werden. Neben dem Abbau Tausender Stellen sind auch Werksschließungen nicht ausgeschlossen.

          Topmeldungen

          Erboste Arbeitnehmervertreter : Wut im Commerzbank-Aufsichtsrat

          6 Millionen Euro hat die Commerzbank an Beraterhonoraren für die rasch gescheiterte Fusion mit der Deutschen Bank ausgegeben. Der Arbeitnehmerseite hatte man gesagt, Berater seien nicht notwendig.

          Nordkorea : Steigender Unmut, verschärfte Töne

          Beschlagnahmter Frachter, verstopfte Kommunikationskanäle: Monate nach dem gescheiterten Gipfel in Hanoi steht es nicht gut um den politischen Friedensprozess auf der koreanischen Halbinsel. Auf der Sachebene aber gibt es Hoffnung.
          Ein kleines Boot im Illulissat-Fjord vor Westgrönland.

          Meeresanstieg um 2 Meter : Polarforscher verschärfen Warnung vor Eisschmelze

          Diese Warnung stellt alle Klimaberichte in den Schatten: Das Meer steigt um zwei Meter, 187 Millionen Menschen könnten in den nächsten drei Generationen ihr Zuhause verlieren. Ein beunruhigendes Klimawandel-Update von 22 Polarexperten.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.