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Neues Ranking : Diese Städte haben eine besonders rosige Zukunft

  • -Aktualisiert am

Der Stadt München steht nach einem neuen Städteranking eine glänzende Zukunft bevor. Bild: dpa

München liegt in einer Rangliste der Zukunftsfähigkeit deutscher Regionen vorn. Doch auch Städte aus Ostdeutschland holen auf.

          Den Städten in Deutschland geht es ganz unterschiedlich gut. Besser haben es die wirtschaftsstarken Regionen mit vielen Unternehmen, auch Konzernsitzen, und vielen Arbeitsplätzen, denn: Diese Orte ziehen kaufkräftige Einwohner an, was sich auch für die kommunalen Steuereinnahmen positiv bemerkbar macht.

          Jan Hauser

          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Das zeigt vor allem im Süden Deutschlands mit geringen Arbeitslosenquoten und entsprechend besseren Zukunftsaussichten. Hingegen verlassen die Menschen zahlreich die Gegenden mit geringen Arbeitsmöglichkeiten, was diesen Regionen wiederum zusetzt. Häufig kommt das im ländlichen Raum im Osten Deutschlands vor.

          Auch eine neue Rangliste der Städte und Regionen Deutschlands zeigt dies: Auf den ersten Plätzen der zukunftsfähigsten Regionen Deutschlands liegen hierbei der Landkreis und die Stadt München. Dazu hat das Prognos-Institut die Kommunen nach verschiedenen Kriterien wie Demografie, Wohlstand und Soziale Lage, Arbeitsmarkt sowie Wettbewerb und Innovation für seinen Zukunftsatlas untersucht.

          Dieser kommt alle drei Jahre heraus und soll die Zukunftsfähigkeit aller 402 Kreise und kreisfreien Städte spiegeln. München ist hierbei seit zehn Jahren Spitzenreiter und erscheint auch in anderen Ranglisten vorne.

          Weiter hinten liegen auch in der Prognos-Untersuchung, die an diesem Freitag vorgestellt wird und FAZ.NET vorliegt, häufig die ostdeutschen Landkreise. Allerdings zeigen sich hier auch Aufsteiger. Besonders verbessert haben sich demnach die Perspektiven von Dresden, Potsdam, Leipzig, Jena, Erfurt, Weimar und Chemnitz.

          Diese Städte schaffen es als regionale Zentren auch Einwohner anzulocken. „Das doppelte Gefälle zwischen West und Ost sowie Süd und Nord bleibt unverändert“, sagt Prognos-Projektleiter Peter Kaiser. „Umso bemerkenswerter ist, dass immer mehr ostdeutsche Großstädte sich gut entwickeln“.

          Am stärksten hat sich Berlin in der Untersuchung im Vergleich zum Jahr 2013 verbessert und ist um 110 Plätze auf Rang 114 gestiegen. In jüngster Zeit zieht die Hauptstadt vermehrt digitale Neugründungen an und beheimatet etwa den börsennotierten Onlineversandhändler Zalando. Zu den weiteren Aufsteiger in den vergangenen drei Jahren zählt Prognos den Kreis Calw (Rang 124), den Rhein-Lahn-Kreis (253), die Städte Leipzig (137), Flensburg (147), Wuppertal (231), die Kreise Harburg (70), Lüneburg (178), Unna (252), Göttingen (79) und Freudenstadt (201), die um mehr als 60 Plätze sich verbesserten.

          Überraschend sind die größten Aufsteiger der letzten zehn Jahre: Leipzig und Kassel

          Im Zwölf-Jahres-Vergleich liegt allerdings Leipzig vorn: Die ostdeutsche Stadt hat verstärkt auch eine alternative Szene angezogen und damit ein für manche attraktives Bild geschafft. Nach Platz 334 im Jahr 2004 kommt sie nun auf Platz 137. Weitere Aufsteiger im Zeitraum von zwölf Jahren sind der Landkreis Kassel (Rang 111), der Kreis Rhön-Grabfeld (Rang 122), die Städte Berlin, Flensburg, Erfurt (Rang 177) sowie die Kreise Hof (199), Fürth (119), Bamberg (92), Stade (155) und Bad Kissingen (157), die sich jeweils um mehr als hundert Plätze verbessern.

          Zu den Merkmalen, die den Bericht einfließen, zählen: Wie viele Menschen werden geboren und wie viele junge Erwachsene leben hier oder ziehen weg? Die Kaufkraft, die Kriminalitätsrate und die kommunale Verschuldung fließen in das Urteil über den Wohlstand ein. Für den Faktor Arbeit kommt es auf die Zahl der Arbeitslosen, der Schulabbrecher und unbesetzter Lehrstellen sowie den Anteil Hochqualifizierter an. Weiter wird die Wirtschaftsleistung je Beschäftigten gemessen, die Zahl der Unternehmensgründungen, die Investitionsquote und Forschungsausgaben.

          Kaiserslautern und Zweibrücken sind hingegen deutlich abgestiegen verglichen mit dem Jahr 2004.

          Damit beurteilt der Zukunftsatlas allerdings auch, welche Regionen es in Zukunft schwer haben. Für Prognos haben sich in den vergangenen drei Jahren deutlich die Perspektiven des Kreises Schweinfurt (Rang 217), der Stadt Mülheim an der Ruhr (260) und der Stadt Leverkusen (196) gesenkt, die jeweils mehr als hundert Plätze verloren haben.

          In zwölf Jahren hat sich der Kreis Kaiserslautern um 224 Plätze nun auf Rang 309 verschlechtert und ist der größte Absteiger seit dem Jahr 2004. Dahinter folgen die Stadt Zweibrücken (Rang 317), der Landkreis Goslar (338) und Offenbach am Main (238), die sich seit dem Jahr 2004 jeweils um mehr als 200 Plätze verschlechtert haben. Der Kreis Dürkheim (Rang 286), der Kreis Helmstedt (290), die Städte Kaiserslautern (247), Krefeld (335), Leverkusen, der Regionalverband Saarbrücken (319) und die Stadt Dortmund (283) zählen ebenfalls zu den Regionen, die in der Rangliste in zwölf Jahren deutlich nach hinten rutschen. 

          Prognos hat in diesem Jahr außerdem erstmals die Digitalisierung untersucht und verteilt hierbei ein bis fünf Sterne. Mit einer 5-Sterne-Plus-Wertung liegt München vorn. Aber auch Städte aus dem Mittelfeld schneiden in diesem Bereich gut ab: Vier von fünf Sternen erhalten die Städte Bremen (Rang 282), Kaiserslautern (Rang 247) und Offenbach am Main (Rang 238).

          Nur 53 Regionen erreichen vier oder mehr Sterne. Und es zeigt sich, wenig überraschend: Städte schneiden besser ab als ländliche Regionen. Auf die ersten neuen Digitalorte konzentrieren sich laut Prognos 43 Prozent der digitalen Arbeitsplätze, obwohl hier nur 15 Prozent aller Beschäftigten in Deutschland arbeiten.

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