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Präsidentschaftswahl : Tristes aus Frankreich

Wirtschaftspolitisch bieten Frankreichs Präsidentschaftskandidaten ein tristes Bild. Nur ein einziger hat bislang das Wort „Anstrengung“ in den Mund genommen.

          In Frankreich haben die extremen Parteien beim ersten Durchgang der Präsidentenwahl mehr als dreißig Prozent der Stimmen erhalten. Das ist beunruhigend, denn es zeigt, wie viele Franzosen den Anbietern einfacher Rezepte auf den Leim gehen. Die Ängste dieser Wähler müssen ernst genommen werden, doch nicht mit dem Versprechen eines Rückzugs auf sich selbst.

          Die Randpolitiker von links und rechts liegen in Einwanderungsfragen über Kreuz, doch sie treffen sich dort, wo sie Mauern gegen Importe und ausländische Investoren hochziehen wollen. Diese Abwendung von der Globalisierung, die häufig mit dem Schutz der eigenen Bürger verwechselt wird, kann nur in eine gefährliche Isolierung führen. So enthält die Politik Frankreichs derzeit viele triste Farbtöne.

          Der Zentrumspolitiker François Bayrou beklagt zu Recht, dass er als einziger Kandidat das Wort „Anstrengung“ in den Mund nahm. Doch Bayrou, der die hohe Staatsverschuldung schon lange anprangert, blieb unter zehn Prozent. Es bleibt zu hoffen, dass zumindest der Umfragefavorit François Hollande sich in den letzten zwei Wochen der französischen Tradition gemäß stärker in die Mitte orientiert.

          Christian Schubert

          Wirtschaftskorrespondent in Paris.

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