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Plastikmüll in Meeren : Umweltbundesamt: Verlangt Geld für Plastiktüten

  • Aktualisiert am

Umweltproblem. Bild: dpa

Im Supermarkt kosten Plastiktüten meistens Geld. Aber in Kaufhäusern, Drogeriemärkten und Kleiderläden sind sie meistens kostenlos. Der Chef des Umweltbundesamtes findet: Das soll verboten werden.

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          Das Umweltbundesamt (UBA) schlägt vor, mit einer Bezahlpflicht für alle in Deutschland verkauften Plastiktüten die Müllmenge zu reduzieren. „Es gibt gerade in Bekleidungsgeschäften, Drogeriemärkten und Kaufhäusern keine Bezahlpflicht, daher empfehlen wir, dass diese Tüten nicht mehr kostenlos abgegeben werden“, sagte UBA-Präsident Jochen Flasbarth der Deutschen Presse-Agentur.

          Derzeit berät eine internationale Konferenz in Berlin vor allem über die zunehmende Gefährdung der Meere durch Plastikmüll. „100 bis 140 Millionen Tonnen Müll liegen in den Weltmeeren. Zum Teil sind Müllstrudel aus dem Weltall erkennbar“, sagte Flasbarth.

          Schon 2007 hat die Stadt San Francisco Plastiktüten in allen Supermärkten verboten.

          Offen, viel Plastik in die Nahrungskette kommt

          Flasbarth warnte vor den Folgen des vielen Mülls. „Um das in ein Bild zu packen: Das ist ein Güterzug vollgepackt mit Meeresmüll von hier zum Mond und halb zurück.“ Allein in der Nordsee liege Müll in einer Größenordnung von einem Würfel mit einer Kantenlänge von 80 Kilometern. Das habe große Auswirkungen auf die Lebewesen, wenn sie zerriebenen Plastikmüll über die Nahrungskette aufnehmen. Tiere strangulierten sich in Müllteilen, darunter Delfin- und Walarten sowie Meeresvögel.

          „Worüber wir noch relativ wenig wissen ist, wie viel Mikroplastik über den Fischkonsum in die Nahrungskette des Menschen kommt“, sagte Flasbarth. Ein zunehmendes Problem seien Mikroplastikteilchen zur Stabilisierung etwa in Kosmetika, die von den Kläranlagen nicht erwischt werden und so über das Abwasser in den Meeren landen können. „Hinzu kommt der ganze Müll in der Schifffahrt, sei es bei Kreuzfahrten oder Containerschiffen, der über Bord geworfen wird.“

          Auf der bis Freitag dauernden Meeresmüll-Konferenz sei ein sehr nachahmenswertes Beispiel vorgestellt worden: In den Ostseehäfen sind die Abfallgebühren in den Hafengebühren enthalten. „Das heißt, man kann keine Kosten vermeiden, wenn man den Abfall vor dem Hafen über Bord wirft“, so Flasbarth. „Dadurch ist hier das Müllaufkommen aus der Schifffahrt deutlich zurückgegangen.“ Die in die Hafengebühren integrierten Abfallgebühren sollten für alle EU-Häfen vorgeschrieben werden. In der Fischerei könnte eine Pfandpflicht auf Netze helfen, das Zurücklassen der Netze in den Meeren zu mindern, betonte Flasbarth.

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