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Pflegeheime : Langzeitarbeitslose sollen Alzheimer-Kranke betreuen

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„Demenz gleichzusetzen mit Basteln, Vorlesen und Spazierengehen, ist eine Unverschämtheit” Bild: ddp

Die Bundesagentur für Arbeit sucht derzeit bis zu 10.000 Arbeitskräfte, die zur zusätzlichen Betreuung von Demenzkranken in Pflegeheimen eingesetzt werden können. Langzeitarbeitslose sollen dafür in Kursen geschult werden. Pflegevertreter äußerten sich skeptisch.

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          Die Bundesagentur für Arbeit (BA) will mehrere tausend Langzeitarbeitslose in Pflegeheime vermitteln. Derzeit würden Bewerber für die Arbeit mit Pflegefällen wie Alzheimer-Patienten gesammelt, bestätigte ein BA-Sprecher am Samstag einen Bericht der „Süddeutschen Zeitung“. „Hier kann etwas Gutes geleistet werden“, sagte er.

          Nach einer Weiterbildung könnten die Menschen als Pflege-Assistenten etwa Demenzkranken vorlesen oder auch für sie einkaufen gehen. Heime dürfen künftig zusätzliches Personal für Demenzkranke einstellen, wodurch etwa 10.000 Stellen bundesweit geschaffen werden könnten, die über die Pflegeversicherung bezahlt werden. Pro 25 Demenzkranke darf ein Heim eine zusätzliche Pflegekraft einstellen.

          Union befürwortet Pläne

          Unions-Fraktionschef Volker Kauder lobte die Pläne grundsätzlich: „Wenn die Menschen für diese Aufgabe qualifiziert sind, ist das in Ordnung“, sagte er der „Bild am Sonntag“ laut Vorabbericht. Auch der nordrhein-westfälische Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) signalisierte Unterstützung: Im Vordergrund müsse aber die menschliche Eignung der Bewerber stehen und nicht ihre schwere Vermittelbarkeit, sagte er der „Süddeutschen Zeitung“.

          Pflegevertreter äußerten sich dagegen skeptisch: „Demenz gleichzusetzen mit Basteln, Vorlesen und Spazierengehen, ist eine Unverschämtheit“, sagte Helmut Wallrafen-Dreisow, Mitglied des Kuratoriums Deutsche Altenhilfe. Die Grünen-Pflegeexpertin im Bundestag, Elisabeth Scharfenberg, kritisierte: „Man muss sich für diesen Beruf entscheiden und kann nicht hinein-entschieden werden.“

          Dem Bericht zufolge ist für die Arbeitslosen von den Krankenkassen eine Ausbildung über 100 Theoriestunden und 60 Praxisstunden plus einigen Praktika geplant. Eine solche Richtlinie solle kommende Woche vom Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) beschlossen werden.

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