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Peer Steinbrück : SPD-Politiker empfiehlt FDP-Chef Lindner als Vorbild

Peer Steinbrück Bild: Frank Röth

Der ehemalige SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück rechnet mit dem Wahlkampf seiner Partei ab. Die SPD sei oft zu verbiestert. „Alles ist ganz wichtig, nach dem Motto: Es geht nicht um Leben oder Tod, es geht um mehr als das!“

          Ex-Finanzminister und Ex-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück (SPD) rechnet mit dem Wahlkampf seiner Partei ab.  Der Hype um die Nominierung von Martin Schulz sei schon der erste Fehler gewesen, sagte Steinbrück der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung: „Die 100 Prozent im März bei seiner Wahl zum Parteivorsitzenden waren vergiftet. Die Partei saß plötzlich auf Wolke sieben, es hat sich ein Realitätsverlust eingestellt, und das Publikum hat sich gewundert: Steht da jetzt Erich Schulz-Honecker?“

          Georg Meck

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Der nächste schwere Fehler war laut Steinbrück der Saar-Wahlkampf mit der Perspektive einer rot-rot-grünen Koalition, was zu der krachenden Niederlage dort geführt habe: „Das hätte ich der SPD vorher sagen können. Rot-Rot-Grün ist, jedenfalls im Westen, schlicht und einfach nicht akzeptabel.“

          Den Kandidaten Schulz nach den schlechten Umfragewerten auszuwechseln, bringe nichts, erklärte Steinbrück in der F.A.S.: „Man kann die Pferde nicht mitten im Galopp wechseln.“ Sigmar Gabriel, den er favorisiert hatte als Kandidaten, „stellt jeden Tag eine Kerze ins Fenster, dass er nicht Kanzlerkandidat ist.“

          „Lindner kommt an mit seinem Stil“

          Wie er in der F.A.S. weiter ausführt, favorisiert der ehemalige Finanzminister Steinbrück eine sozialliberale Koalition und empfiehlt seiner Partei, in der nach seinen Worten gelegentlich „Heulsusen“ den Ton vorgeben, ausgerechnet FDP-Chef Christian Lindner als Vorbild: „Lindner kommt an mit seinem Stil; nicht aufgesetzt, locker, das weckt Sympathien.“

          Peer Steinbrück im Interview zusammen mit Kabarettist Florian Schroeder.

          Seine Genossen in der SPD dagegen kritisiert er als „häufig zu verbiestert, wahnsinnig überzeugt von der eigenen Mission“, Steinbrück wörtlich: „Alles ist ganz wichtig, nach dem Motto: Es geht nicht um Leben oder Tod, es geht um mehr als das! Und wenn man davon abweicht, mal etwas durch den Kakao zieht, droht einem das Revolutionstribunal.“

          Den Absturz der Grünen in den Umfragen sieht SPD-Politiker Steinbrück als Beweis dafür, dass sich die „grüne Volkspädagogik“ überholt hat: „Wenn Politiker vorschreiben wollen, wie ein korrektes Leben aussehen soll, weckt das Abwehrreaktionen.“

          Peer Steinbrück geht Anfang Juli mit dem Kabarettisten Florian Schroeder mit einer Satire-Show auf Tournee, und verspricht damit den lustigeren Wahlkampf. „Erst entern wir die Bühnen, dann das Willy Brandt-Haus“, sagt Kabarettist Schroeder in der F.A.S.

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