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Oxfam-Studie : Das reichste Prozent hat so viel wie der Rest der Welt

  • Aktualisiert am

In Monaco liegen viele luxuriöse Yachten vor Anker. Bild: AFP

Der Unterschied zwischen Arm und Reich nimmt schockierende Ausmaße an, erklärt die Organisation Oxfam. Und nennt eine erstaunliche Zahl über die 80 reichsten Menschen der Welt.

          Die Entwicklungsorganisation Oxfam warnt vor Beginn des Weltwirtschaftsforums in Davos vor einer immer tieferen Kluft zwischen Arm und Reich. „Die soziale Ungleichheit wächst schockierend schnell“, heißt es in einer an diesem Montag in Berlin veröffentlichten Studie zur Vermögensverteilung auf der Welt.

          Darin stellen die Oxfam-Forscher eine rasante Vermögensumverteilung von ärmeren zu reicheren Menschen fest: Setze sich der derzeitige Trend fort, werde bereits im Jahr 2016 das reichste Prozent der Weltbevölkerung mehr als die Hälfte des weltweiten Vermögens besitzen. Laut der Studie verfügte das reichste Prozent der Weltbevölkerung im Jahr 2009 noch über 44 Prozent des Vermögens, im vergangenen Jahr 2014 waren es bereits 48 Prozent.

          Eine weitere Statistik zeigt, dass das Vermögen der 80 reichsten Menschen sich zwischen den Jahren 2009 und 2014 verdoppelt hat. Sie besäßen damit genauso viel wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung zusammen, so der Bericht.

          Oxfam beklagt zudem einen wachsenden Einfluss der globalen Finanzeliten auf die Politik. Sie strebten zunehmend danach, die Regeln und Gesetzgebungen zu ihren Gunsten zu beeinflussen. So hätten Unternehmen des Finanz- und Versicherungssektors sowie des Pharma- und Gesundheitssektors allein von März 2013 bis März 2014 insgesamt weit über eine Milliarde Dollar für Lobbyarbeit in Washington und Brüssel ausgegeben.

          In den Vereinigten Staaten sei es beispielsweise den Banken gelungen, einige der infolge der Finanzkrise vorgesehenen strengeren Regeln nun doch zu verhindern, wie der ehemalige Chefvolkswirt des Internationalen Währungsfonds, Simon Johnson, unlängst äußerte.

          Johnson vertrat dabei die Auffassung, dass das Thema Großbanken eine zentrale Rolle im nächsten Präsidentschaftswahlkampf spielen könne - weil es sowohl Menschen links wie rechts der Mitte mobilisiere und verbinde.

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