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Ost und West : Stadt, Land, arm

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Die Armutsgrenze verläuft nicht mehr zwischen Ost und West, sondern zwischen Stadt und Land. Deswegen wäre ein ewiger Soli falsch.

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          Armut ist relativ. Sonst dürfte hierzulande niemand dieses Wort auch nur in den Mund nehmen – mit Blick auf die Verhältnisse in den wirklich armen Ländern der Erde. Doch selbst das relative Armutskonzept hat seine Schwächen. Denn 60 Prozent des mittleren Einkommens, hierzulande per Definition die Armutsschwelle, mögen in München ein Witz sein. In Brandenburg sieht das schon etwas anders aus.

          Armut entscheidet sich im Alltag. Daran, was man sich und seinen Kindern kaufen kann, wie man wohnt, was man isst, welche Unternehmungen, Urlaube und Interessen man sich leisten kann. Insofern ist es erhellend, wenn das Institut der deutschen Wirtschaft nun vorgerechnet hat, dass die Armutsgrenzen gemessen an den Lebenshaltungskosten eben nicht mehr lupenrein zwischen Ost und West verlaufen, sondern vor allem zwischen Stadt und Land.

          Die Frage ist nur, ob die Politik die richtigen Schlüsse daraus zieht – zum Beispiel wenn es um die Neuordnung der Regionalförderung nach dem Auslaufen des Solidarpakts im Jahr 2019 geht. Ein Ewigkeits-Versprechen für den Soli ist garantiert nicht das, was die von Armut betroffenen Menschen in Deutschland brauchen.

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