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Opec-Sitzung in Wien : Alles blickt auf Saudi Arabien

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Ölförderung im Irak: Das im Krieg steckende Land könnte einen höheren Ölpreis gut gebrauchen. Bild: AP

Diesen Donnerstag treffen sich die Opec-Länder zu einer der wichtigsten Sitzungen seit Langem: Entscheiden sie sich dafür, die Öl-Förderung zu drosseln? Einige von ihnen wollen das - aber nicht die mächtigsten.

          Der Ölpreis befindet sich auf Talfahrt, das Treffen der zwölf in der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) verbunden Länder an diesem Donnerstag dürfte so spannend sein wie lange keines mehr. Den Opec-Mitgliedsländer wie Algerien, Iran, Irak und Venezuela kommen mit den aktuell erzielten Einnahmen nicht aus. Sie sind dafür, dass das Kartell die Förderung drosselt, damit der Preis wieder steigt.

          Allerdings teilt das mächtigste Opec-Land Saudi-Arabien diese Ansicht nicht. „Niemand sollte kürzen, und der Markt wird sich von selbst stabilisieren“, sagte der saudische Ölminister Ali Al-Naimi an diesem Mittwoch in Wien. Saudi-Arabien steht für etwa ein Drittel der Opec-Öl-Produktion, die wiederum ein Drittel der weltweiten Produktion ausmacht.

          Die Ölpreise haben sich im Tagesverlauf unterdessen nach deutlichen Verlusten vom Vortag vorerst stabilisiert. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Januar kostetet gut 78 Dollar und damit soviel wie am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte WTI stieg minimal auf etwas mehr als 74 Dollar. Noch im Juni, also nicht einmal vor einem halben Jahr, lag der Preis für ein Fass Öl noch um 110 Dollar herum - der Rückgang seither beläuft sich damit auf rund 30 Prozent.

          Analysten sehen den Preissturz auch noch nicht am Ende. „Sollte es keine Einigung über eine Kürzung der Fördermenge geben, dann droht ein weiterer Ölpreisverfall“, sagte Rohstoff-Experte Eugen Weinberg von der Commerzbank. Außerdem dürfte dann der Einfluss des Ölkartells in der Welt weiter abnehmen. „Sollten entscheidende Aktionen ausbleiben, würde das bereits angeschlagene Vertrauen in die Preissetzungsmacht der Opec endgültig erschüttert.“

          Dabei haben Entscheidungen der Opec auch auf anderer, nicht in diesem Verbund engagierte Länder Einfluss. Russland beispielsweise gehört der Opec nicht an - die Finanzen des Landes hängen indessen wesentlich davon ab, wie viel Geld es mit dem Verkauf von Erdöl und Erdgas einnimmt. Gerade in den ersten zehn Jahren des neuen Jahrtausends verschaffte der steigende Preis dem russischen Präsidenten Putin großen politischen Spielraum.

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