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Opec : Kartell in Not

Opec-Sitzung in Wien Bild: dpa

Die Opec-Länder haben entschieden, ihre Ölförderung trotz des Preisverfalls nicht zu drosseln. Das ist gut für uns Verbraucher. Die Macht des Kartells schwindet.

          Gedrängel und Schubsereien im Opec-Sekretariat in Wien. Selten war der Presseandrang zu einem der halbjährlichen Ministertreffen der Ölförderländer größer als am Donnerstag. Das ist aber auch kein Wunder, denn in der Organisation gibt es heftigen Streit darüber, wie man dem fallenden Ölpreis begegnen soll.

          Während finanzklamme Staaten wie Venezuela die Fördermengen drosseln wollen, um die Preise hochzutreiben, glauben die reichen Golfstaaten um Saudi-Arabien, die Einnahmerückgänge aussitzen zu können. Am Ende der Konferenz setzten sich die Scheichs durch. Nun bleibt die Fördermenge unverändert – zumindest im nächsten halben Jahr.

          Ansonsten spielt die Opec auf Zeit. Sie hofft auf eine Wirtschaftserholung in der Europäischen Union, in Japan und China, aber auch auf sinkende Dollarkurse und darauf, dass große Nichtmitglieder wie Russland, Mexiko oder Amerika mit sich reden lassen.

          Noch fördert die Opec mehr als ein Drittel allen Öls. Aber ihre Macht schwindet mit jeder neuen Schieferölquelle, die Amerika und andere anzapfen. Das ist auch gut so, denn von einem Kartell hat niemand etwas außer seinen Mitgliedern. Die Schwäche der Opec hat Benzin und Heizöl billiger gemacht. Wie immer nützt der wachsende Wettbewerb den Käufern.

          Christian Geinitz

          Wirtschaftskorrespondent für Österreich, Ostmittel- und Südosteuropa und Türkei mit Sitz in Wien.

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