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Ohne Sanktionen : EU beschließt Stellengarantie für Jugendliche

In den Peripheriestaaten der EU demonstrieren immer wieder Jugendliche gegen die hohe Arbeitslosigkeit - hier in Spanien. Bild: dpa

Arbeitslose Jugendliche sollen in der Europäischen Union künftig eine Stelle angeboten bekommen - spätestens nach vier Monaten. Wenn Staaten die Garantie nicht einführen, werden sie aber nicht bestraft.

          Arbeitslose Jugendliche sollen in der Europäischen Union künftig Stellen angeboten bekommen. Am Donnerstag haben die zuständigen Minister die Schaffung einer Jobgarantie für Jugendliche beschlossen. Diese hatte Sozialkommissar Laszlo Andor erst im Dezember vorgeschlagen. Die Mitgliedstaaten verpflichten sich mit der Jugendgarantie dazu, Jugendlichen spätestens vier Monate nach dem Ende ihrer Ausbildung oder nach dem Verlust des Arbeitsplatzes eine Stelle, einen Ausbildungsplatz oder aber zumindest einen Praktikumsplatz zu verschaffen.

          Hendrik Kafsack

          Wirtschaftskorrespondent in Brüssel.

          Insgesamt waren nach Angaben der Europäischen Kommission im Dezember 5,7 Millionen Jugendliche in Europa ohne Arbeitsplatz. Das entspricht einer Quote von 25,4 Prozent. Am höchsten war die Jugendarbeitslosigkeit in Griechenland und Spanien, mit einer Quote von mehr als 55 Prozent. Die Staats- und Regierungschefs der EU-Staaten hatten im Rahmen ihrer Einigung über den Finanzrahmen 2014 bis 2020 beschlossen, 6 Milliarden Euro für den Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit bereitzustellen.

          Wie die Staaten die Garantie umsetzen, soll weitgehend ihnen überlassen bleiben. Sanktionen für Staaten, die die Garantie nicht einhalten können, sieht der Beschluss nicht vor. Die Mittel der EU könnten bei der Umsetzung der Jugendgarantie einen wichtigen Beitrag leisten, sagte Andor. Es lohne sich für die Mitgliedstaaten aber auch, eigenes Geld zu investieren, um die Folgekosten von hoher Jugendarbeitslosigkeit zu vermeiden.

          Die SPD-Europaabgeordnete Jutta Steinruck sagte, die Jugendgarantie nehme nicht nur die südeuropäischen Staaten, sondern auch die Bundesregierung in die Pflicht. Jugendliche seien in Deutschland doppelt so häufig von Arbeitslosigkeit betroffen wie Menschen über 25 Jahre. Die offiziellen Statistiken dazu seien beschönigt. Offiziell stünden hierzulande 33.000 offenen Lehrstellen nur 15.700 unversorgten Jugendlichen gegenüber. Dabei würden aber mehr als 250.000 Jugendliche in Weiterbildungsmaßnahmen, Umschulungen oder Praktika nicht berücksichtigt.

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