https://www.faz.net/-gqe-7m2xg

Oettinger kritisiert Bayern : „Neue Leitungen sind notwendig - und zwar schnell“

  • Aktualisiert am

Neue Stromleitungen: Sie sollen dazu beitragen, Atomkraftwerke ersetzen zu können. Bild: REUTERS

Bayern stellt überraschend den geplanten Stromnetzausbau infrage. Und kassiert dafür nun harte Kritik vom deutschen EU-Energiekommissar Günther Oettinger.

          1 Min.

          Nach Bürgerprotesten und im Angesicht der bevorstehenden Kommunalwahlen hat das Bundesland Bayern gestern überraschend den Stromnetzausbau infrage gestellt. Das irritiert die großen Stromversorger und auch jene Unternehmen, welche die neuen Leitungen bauen, die einmal den Ökostrom aus dem Norden in den Süden der Bundesrepublik bringen sollen. Der Netzausbau ist ein zentrales Element der Energiewende.

          Der deutsche EU-Energiekommissar Günther Oettinger reagiert nun seinerseits und sagte in der „Welt“ der bayerischen Regierung, wie er deren Einlassungen findet: „Die Leitungen sind notwendig - und zwar sehr schnell.“ In Bayern gingen „in den nächsten Jahren große Kernkraftwerke vom Netz“.

          Netzbetreiber verschiebt Bürgerinformation

          Die Stromnetzbetreiber Tennet und TransnetBW hatten am gestrigen Mittwoch Pläne zum Verlauf der größten und längsten Stromtrasse in Deutschland vorgestellt. Die Trasse soll die Stilllegung von Atomkraftwerken im Süden kompensieren.

          Oettinger (CDU) rief den bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU) auf einzulenken. „Wenn er den Bau der Stromtrassen ermöglicht und mitwirkt, dass die Akzeptanz steigt, ist das sehr willkommen“, sagte der EU-Kommissar. Zugleich forderte aber auch Oettinger, die Bürger eng in den Netzausbau einzubinden.

          Nach der Ansage aus Bayern hatte der Netzbetreiber Tennet angekündigt, geplante Bürgerinformationen über den Bau der 800 Kilometer langen Nord-Süd-Trasse (“Suedlink“) aufzuschieben. „Wie können keinen Dialog mit dem Bürger führen, wenn die Grundsatzfrage von der Politik neu aufgeworfen wird“, sagte Tennet-Geschäftsführer Lex Hartmann der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Unterricht zu Hause ist eine Herausforderung für die ganze Familie.

          Homeschooling : Warum ich als Hilfslehrerin versagt habe

          Eltern mussten in den vergangenen Wochen ihre Kinder zum Lernen bringen. Einige haben das mit Bravour gemacht – oder behaupten das zumindest. Unsere Autorin hat eine andere Erfahrung gemacht.
          Corona-Schnelltest im Leibniz-Institut für Photonische Technologien, Jena

          Mittelstand soll helfen : Eine Million Corona-Tests am Tag

          Ein Rostocker Biotech-Unternehmer will mit Hilfe deutscher Mittelständler viel mehr Testeinheiten verfügbar machen. Das Kanzleramt hat Interesse bekundet.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.