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Ölreichtum : Jeder Norweger ist Millionär - rein rechnerisch

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Norwegens Ski-Langläuferin Marit Bjoergen Bild: dpa

Norwegens Ölquellen sprudeln und machen das Land reich. Würde man das Vermögen des staatlichen Öl-Fonds auf alle Einwohner verteilen, hätte jeder mehr als eine Million Kronen.

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          Wohl denen, die auf Schätzen sitzen und sie zu nutzen wissen: Seit dieser Woche ist jeder Norweger ein Millionär - rein rechnerisch zumindest.

          Der staatlichen Fonds, der die Einnahmen aus der Ölförderung anlegt und mehren soll, verwaltet nunmehr ein Volumen von 5,11 Billionen Kronen. Das ist mehr als das Millionenfache der Bevölkerungszahl; Norwegen hat 5,1 Millionen Einwohner. Ein Sprecher der norwegischen Notenbank erklärte, diese Schwelle sei das erste Mal überschritten worden.

          Ein Prozent aller Aktien gehören dem Öl-Fonds

          Der Government Pension Fund Global wurde 1990 gegründet und ist heute der größte Staatsfonds der Welt. Das skandinavische Land ist der siebtgrößte Öl-Exporteur, nachdem es erst 1969 in die Förderung in der Nordsee eingestiegen ist. Ein Großteil des Gewinns landet in dem Fonds. Dieser besitzt inzwischen etwa ein Prozent aller weltweit im Umlauf befindlichen Aktien, aber auch zahlreiche Staatsanleihen und Immobilien rund um den Globus. „Der Fonds ist ein Erfolg“, sagt der Chefvolkswirt der Finanzgruppe DNB Markets, Öystein Dörum. „Es gibt eine ganze Reihe von Ländern, die das nicht geschafft haben.“

          Die Einnahmen werden für schlechte Zeiten und zukünftige Generationen zurückgelegt. Die Regierung darf davon pro Jahr nur vier Prozent ausgeben, etwas mehr als der Fonds an Rendite abwirft. „In vielen Ländern haben die zeitweise hohen Einnahmen aus der
          Rohstoff-Förderung einen kurzlebigen Boom ausgelöst, dem dann schwierige Anpassungen folgten“, begründet Finanzministerin Siv Jensen die selbst auferlegten Grenzen.

          Experten erwarten, dass sich der Fonds auch künftig gut entwickeln wird. Sein Wert belief sich im zurückliegenden Jahr 2013 auf 183 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung Norwegens. Bis 2030 soll er auf 220 Prozent steigen.

          Allerdings hat der Reichtum auch Schattenseiten. Er hält die Regierung von Reformen ab, kritisieren Ökonomen. Das Land leistet sich hohe
          Subventionen, die anderswo unvorstellbar wären: Bauern bekommen beispielsweise Geld dafür, damit sie Milchkühe in beheizten Ställen in der Arktis halten können. Auch die Sozialleistungen sind generös. „Jeder Fünfte im erwerbsfähigen Alter bezieht irgendeine Art von Sozialleistung“, so Ökonom Dörum - obwohl die Arbeitslosenquote nur 3,3 Prozent beträgt.

          Dennoch gehört Norwegen zu den wettbewerbsfähigsten Staaten. Das Weltwirtschaftsforum führt das Land auf Rang elf. Die Regierung rechnet in diesem Jahr mit einem Wachstum von 2,1 Prozent, das sich bis 2016 auf 3,1 Prozent erhöhen soll. Die Rohstoffgewinne sind darin nicht enthalten.

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