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Ökostrom-Förderung : EEG-Umlage steigt auf 6,3 Cent

Vor einiger Zeit war sogar ein Anstieg auf 7 Cent je Kilowattsunde denkbar, nun steigt die EEG-Umlage wohl nur auf 6,3 Cent. Bild: dpa

Die Ökostrom-Umlage wird nach Informationen der F.A.Z. im kommenden Jahr von 5,3 auf 6,3 Cent je Kilowattstunde steigen. Offiziell soll das erst am nächsten Dienstag verkündet werden.

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          Die Umlage zur Finanzierung des Ökostroms steigt im nächsten Jahr um einen Cent auf dann 6,3 Cent je Kilowattstunde. Das erfuhr die F.A.Z. am Dienstag aus Kreisen der an der Festlegung Beteiligten. Offiziell soll die ab Januar geltende neue Umlagehöhe, die damit um fast ein Fünftel steigt, am nächsten Dienstag verkündet werden.

          Manfred Schäfers
          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.
          Andreas Mihm
          Wirtschaftskorrespondent für Österreich, Ostmittel-, Südosteuropa und die Türkei mit Sitz in Wien.

          Die Umlage müssen die meisten Verbraucher zahlen. Für einen typischen 4-Personenhaushalt mit einem Verbrauch von 4500 Kilowattstunden kommen damit Mehrkosten von 45 Euro im Jahr zu. Auf Single-Haushalte knapp 20 Euro.

          Weitgehend befreit von der Umlage sind rund 2400 Betriebe und Betriebsstätten sowie eine wachsende Zahl von Groß- und Kleinverbrauchern, die ihre Elektrizität selbst erzeugen. Der Anstieg der Umlage wird der schon laufenden Debatte um die Reform des EEG neue Nahrung geben.

          Grüne gegen Systemwechsel in der Ökostromförderung

          Gleichwohl lehnten die Grünen grundlegende Änderungen an der Ökostromförderung vor den für Donnerstag angesetzten Gesprächen mit der Union ab. Ihr energiepolitischer Sprecher Oliver Krischer sagte: „Es soll keinen Systemwechsel geben.“ Strom aus Sonne und Wind sei günstiger als solcher aus Gas und Kohle. Ein Wechsel zu einem anderen Förderkonzept würde nur zu neuen Lernkosten führen. Die EEG-Umlage könnte auf dem aktuellen Niveau von 5,27 Cent je Kilowattstunde bleiben, wenn Ausnahmen für die Wirtschaft zurückgeführt würden, sagte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Bärbel Höhn.

          Nach einer Kurzstudie im Auftrag der Fraktion ist allein die Hälfte der erwarteten Erhöhung der Umlage auf den von den Ökostromerzeugern ausgelösten Preisverfall an der Strombörse zurückzuführen. Zu einem weiteren Viertel sind demnach die wachsenden Ausnahmen zugunsten der Wirtschaft für die höhere Belastung der Verbraucher verantwortlich. „Der Anstieg der EEG-Umlage geht nur auf einen geringen Anteil von 13 Prozent (0,9 Milliarden Euro) auf den Zubau von EEG-Anlagen zurück“, heißt es darin. Selbst ohne Zubau von Windrädern und Photovoltaikanlagen gäbe, stiegen die Kosten.

          Mit Vorschlägen für den „Energiemarkt der Zukunft“ hat sich am Dienstag auch der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) zu Wort gemeldet. Darin verlangt er eine deutliche Preissteigerung für Kohlendioxidzertifikate. Dies sei der wichtigste Hebel, um den Strompreis an der Börse zu heben und damit bessere Bedingungen für den Einsatz moderner, effizienter und umweltfreundlicher Gaskraftwerke zu schaffen.

          Auch beim EEG sieht der SRU Veränderungsbedarf. Statt die Förderung auf 20 Jahre zu bemessen, solle jeder Anlage eine bestimmte geförderte Strommenge zugesprochen werden. Das erhöhe den Anreiz der Betreiber, dann Strom zu erzeugen, wenn er marktfähig sei. Entsprechend müssten alle Betreiber neuer Anlagen zum Direktvertrieb ihres Stroms gezwungen und die Marktprämie fortentwickelt werden. Die Marktprämie ist eine Art Versicherung für den Fall, dass der Erzeuger am Markt weniger bekommt, als die Einspeisevergütung ausgemacht hätte.

          Langfristig werde ein modernes Energiesystem auf Wind- und Sonnenstrom basieren, schreibt der SRU. Biogas habe keinen Platz. Wegen hoher Kosten und ökologischer Folgen sollte ein Ende „der Förderung der Anbau-Biomasse unbedingt erwogen werden“.

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