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OECD-Bericht : Zuwanderung in die Industrieländer erreicht Rekord

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Integration als wichtige Aufgabe: Ein Landeskundekurs für Asylbewerber in Brandenburg. Bild: ZB

Im vergangenen Jahr sind etwa fünf Millionen Menschen dauerhaft in die OECD-Mitgliedstaaten gekommen - so viele wie noch nie. Die Zahl der Asylbewerber war gleich hoch wie im Vorjahr. Deutschland erhält ein explizites Lob.

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          Die Zahl der Migranten in den OECD-Ländern hat im vergangenen Jahr einen neuen Höchststand erreicht. Etwa fünf Millionen Menschen seien dauerhaft in die Mitgliedstaaten gekommen, teilte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) am Donnerstag in Paris mit Hinweis auf vorläufige Zahlen mit. Zu den OECD-Mitgliedern zählen 35 Länder, die vergleichsweise reich sind: Von Neuseeland über Deutschland bis zu den Vereinigten Staaten.

          Die Zuwanderung hatte laut Bericht ihren bisherigen Höchststand im Jahr 2007 mit 4,73 Millionen Menschen erreicht. Das war vor dem Ausbruch der internationalen Finanzkrise gewesen, die 2008 mit dem Zusammenbruch des amerikanischen Bankhauses Lehman-Brothers begonnen hatte. 2015 waren es 4,7 Millionen Menschen gewesen.

          Die Zahl der Asylbewerber sticht besonders heraus. Rund 1,6 Millionen Menschen beantragten im vergangenen Jahr Asyl in den OECD-Ländern, das waren ebenso viele wie im Jahr zuvor. Die Hauptherkunftsländer waren 2015 China, Syrien, Rumänien, Polen und Indien gewesen.

          Aufruf zu besserer Flüchtlingsintegration

          Die temporäre Migration in den OECD-Raum ist ebenfalls stark gestiegen. 2015 erreichte die Zahl der Beschäftigten, die berufsbedingt in andere EU-Länder reisten, 1,5 Millionen. Die Anwerbung saisonaler Arbeitskräfte aus dem Ausland hat sich in vielen Ländern, vor allem in Polen, erhöht. Auch die Zahl internationaler Studenten ist gestiegen und die dauerhaften Aufenthaltstitel überstiegen 2015 erstmals 1,5 Millionen.

          Die OECD rief die Industriestaaten zu einer besseren Integration von Flüchtlingen auf. Viele in Europa angekommene Flüchtlinge würden wegen der Unsicherheit in ihren Heimatländern vermutlich über längere Zeit bleiben. Deswegen sei jetzt die zentrale Herausforderung, diese Menschen in Arbeitsmarkt und Gesellschaft zu integrieren.

           „Die Integration von Migranten und ihren Kindern - Flüchtlinge eingeschlossen - ist eine zentrale Aufgabe, um eine Zukunft in Wohlstand für alle zu sichern“, erklärte OECD-Generalsekretär Angel Gurría. Notwendig ist der Organisation zufolge eine Neuausrichtung der Politik in den einzelnen Ländern, aber auch der internationalen Kooperation. Als positive Beispiele werden Integrationsprogramme in Schweden und das Integrationsgesetz in Deutschland genannt. In anderen Ländern gebe es noch Nachholbedarf.

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