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Klimapolitik : Amerikanische Konzerne unterschreiben Klima-Versprechen

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Barack Obama reist im Dezember zum Klimagipfel nach Paris. Bild: AP

In den Vereinigten Staaten haben sich 68 große Unternehmen zum Klimaschutz verpflichtet. Präsident Barack Obama steht weiterhin unter Druck.

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          68 Unternehmen sind in den Vereinigten Staaten einem Abkommen zur Bekämpfung des Klimawandels beigetreten. Das berichtet die „Financial Times“. Unter den Unterzeichnern sind unter anderem die Großkonzerne Johnson & Johnson, Procter & Gamble, Nike und Ikea. Der amerikanische Präsident Barack Obama wollte Vertreter mehrerer Unternehmen am Montag im Weißen Haus treffen, darunter der Chip-Riese Intel und die Energiesparte der Investmentfirma Berkshire Hathaway von Multimilliardär Warren Buffet.

          Es geht um das so genannte „American Business Act on Climate Change Pledge“. Nach Angaben des Weißen Hauses sagen die Unternehmen unter anderem zu, den Ausstoß von klimaschädlichem Kohlendioxid bei der Produktion um bis zu 50 Prozent und den Wasserverbrauch um bis zu 80 Prozent zu senken. Sie wollen außerdem auf erneuerbare Energien setzen und Abholzung in ihren Lieferketten ganz verhindern.

          Bereits Ende Juli hatten 13 Unternehmen die Erklärung unterzeichnet. Unter den insgesamt 81 Unternehmen sind wohl auch Dell, Hewlett-Packard, Siemens, McDonald's, Sony und Starbucks. Jedes dritte der 50 größten Unternehmen in den Vereinigten Staaten ist dabei. Darunter sind zwar auch einige im Energie-Sektor, doch die ganz großen Öl- und Gas-Konzerne wie ExxonMobil und Chevron fehlen offenbar.

          Barack Obama steht vor dem großen Weltklimagipfel in Paris im Dezember unter Druck. In Bonn läuft zur Zeit die letzte UN-Vorbereitungskonferenz vor Paris. Gelingt es nicht, in Paris eine Einigung zum Ausstoß von Treibhausgasen zu erzielen, drohen irreversible Folgen. Der Präsident formuliert es so: „Wir werden unsere Kinder zu einem Planeten verdammen, der jenseits ihrer Reparaturfähigkeit liegt.“

          Alex Gorsky, Chef des Pharma-Konzerns Johnson & Johnson, sagte gegenüber der „FT“, das Abkommen werde einen „sehr bedeutenden Einfluss“ auf die Verhandlungen in Paris haben. Von den Republikanern dagegen kommt Kritik. „Das Treffen des Präsidenten zeigt deutlich, dass der amerikanische private Sektor hinter den Zielen zurückgeblieben ist, die wir versuchen zu erreichen“, sagte ein Verwaltungsbeamter der „FT“. Mit Hilfe der Unternehmen hofft Obama, in Paris ein starkes, umfassendes Abkommen auszuhandeln.

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