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Nominierung durch Obama : Janet Yellen will mit der Fed allen Amerikanern helfen

Obama nominiert Janet Yellen als Nachfolgerin von Ben Bernanke an der Spitze der amerikanischen Notenbank Bild: AFP

Präsident Obama hat Janet Yellen für den Vorsitz der amerikanischen Zentralbank Fed nominiert. „Die amerikanischen Arbeiter und Familien werden in Janet einen Sachwalter ihrer Interessen haben“, sagte Obama. Die Fed könnte noch in diesem Jahr ihre Anleihekäufe verringern.

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          Die Ökonomin Janet Yellen soll Vorsitzende der amerikanischen Zentralbank Federal Reserve werden. Präsident Barack Obama nominierte die 67 Jahre alte Berkeley-Ökonomin am Mittwoch für das Amt. Yellen wäre die erste Frau an der Spitze der 100 Jahre alten Fed, was Obama extra betonte. Sie würde auf Ben Bernanke folgen, dessen Vertrag im Januar endet.

          Patrick Welter
          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          Obama sagte, Yellen sei als Fed-Vizevorsitzende drei Jahre lang eine treibende Kraft gewesen, um die Erholung voranzubringen. Sie verstehe beide Seiten des dualen Mandats der Notenbank, die Inflation in Schach zu halten und neue Beschäftigung zu schaffen. Yellen verstehe die „menschlichen Kosten“, wenn Amerikaner keine Stelle fänden. „Die amerikanischen Arbeiter und Familien werden in Janet einen Sachwalter ihrer Interessen haben.“ Obama dankte Bernanke und lobte seine „Stimme der Weisheit und ruhige Hand.“ Yellen sagte, dass die Fed allen Amerikanern helfen müsse. Zu viele Amerikaner fänden immer noch keine Stelle und sorgten sich, wie sei ihre Rechnung bezahlen sollten.

          Anleihekäufe verringern und bis Jahresmitte 2014 beenden

          Obamas Vorschlag kommt mitten in einem Haushaltsnotstand der Regierung, die mangels Ausgabenermächtigung Behörden teilweise geschlossen hat. Zudem droht den Vereinigten Staaten die Zahlungsunfähigkeit, wenn nicht bald die Schuldengrenze von 16,7 Billionen Dollar angehoben wird. Vor dem Hintergrund dieser Risiken und der durchwachsenen Konjunktur wird in der Fed diskutiert, wann die Notenbank mit der allmählichen Rücknahme der Anleihekäufe beginnen soll.

          Im September war die Fed zur großen Überraschung der Finanzhändler davor zurückgeschreckt. Das war eine „relativ knappe Entscheidung“, heißt es in dem am Mittwoch veröffentlichen Protokoll der Sitzung. Die meisten Mitglieder des Ausschusses hielten es aber für wahrscheinlich angebracht, noch in diesem Jahr die Anleihekäufe zu verringern und das Programm bis Jahresmitte 2014 zu beenden.

          Analysten an den Finanzmärkten werteten Yellens Berufung als Zeichen der Kontinuität und einer für längere Zeit lockeren Geldpolitik. „Yellen ist hoch qualifiziert, erfahren und eine Veteranin der Finanzkrise“, kommentierte David Kotok von der Anlagegesellschaft Cumberland Advisers. Mit der Berufung endet eine monatelange öffentliche Diskussion über eventuelle Kandidaten des Präsidenten. Im September hatte Lawrence Summers sich aus der Konkurrenz verabschiedet. Er galt eine Zeitlang als Obamas Favorit. Der Harvard-Ökonom erklärte am Mittwoch, Yellen sei eine phantastische Wahl.

          Republikaner mit Vorbehalten

          Stanford-Ökonom Paul Taylor kommentierte, Yellens wichtigste Aufgabe werde es sein, die Fed zu einer weniger interventionistischen und stärker regelorientierten Geldpolitik zu führen. Er sieht Anzeichen, dass Yellen zumindest in normalen Zeiten in diese Richtung gehen wolle. Ein Sprecher der geschäftsführende Direktorin des Internationalen Währungsfonds, Christine Lagarde, erklärte, Lagarde werde sich künftig in manchen männerdominierten Runden nicht mehr so allein fühlen.

          Yellen gilt als Vertraute des jetzigen Vorsitzenden Bernanke. Mit beiden Namen verbindet sich die quantitative Lockerung, der Ankauf von Anleihen, mit denen die Fed ihre Bilanzsumme auf mehr als 3,5 Billionen Dollar ausgeweitet hat. Seit Herbst 2012 kauft die Fed in der dritten Runde der quantitativen Lockerung jeden Monat für 45 Milliarden Dollar Staatsanleihen und für 40 Milliarden Dollar Hypothekenpapiere, um die langfristigen Zinsen zu drücken. Yellen ist auch Mitinitiatorin der „forward guidance“. Die Zentralbank hat mit diesen verbalen Leitplanken den Finanzmärkten zugesichert, den Leitzins frühestens dann anzuheben, wenn die Arbeitslosenquote auf weniger als 6,5 Prozent sinkt. Zuletzt lag die Quote bei 7,3 Prozent. Seit Dezember 2008 hält die Fed den Leitzins bei nahe null Prozent. Die große Mehrzahl im Offenmarktausschuss erwartet eine Zinserhöhung frühestens 2015.

          Yellen muss für die vier Jahre dauernde Amtszeit vom Senat bestätigt werden, was als relativ unproblematisch gilt. Der demokratische Senator Charles Schumer sagte: „Ich glaube, dass sie mit einer großen Mehrheit bestätigt wird.“ Vorbehalte gegen sie gibt es unter den Republikanern wegen ihrer „Neigung, Geld zu drucken“.

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