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Nicolas „Nikolaus“ Maduro : Der Staatschef spielt den Weihnachtsmann

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Venezuelas Präsident Nicolas Maduro bei der Weihnachtsansprache mit seiner Frau Bild: Reuters

Zu Weihnachten beschenkt Venezuelas Staatschef sein Volk großzügig – durch eine restriktive Wirtschaftspolitik. Nur ein schwacher Trost bei der höchsten Inflation der Welt.

          Alle Jahre wieder versucht sich Venezuelas Staatschef Nicolás Maduro in der Rolle des Weihnachtsmanns, der sein Volk mit allerlei Geschenken beglückt. Auf Kosten der privaten Wirtschaft, versteht sich. Vor drei Jahren befahl Maduro der Handelskette Daka, Kühlschränke und andere Hausgeräte im Weihnachtsgeschäft mit 70 Prozent Rabatt zu verkaufen.

          Auch in diesem Jahr macht Maduro seinem Vornamen „Nikolaus“ Ehre. Zur Wochenmitte verfügte die „Nationale Aufsichtsbehörde für die Verteidigung der sozioökonomischen Rechte“, die auf Kinderbekleidung spezialisierte Handelskette EPK, müsse ihre Preise ab sofort um 70 Prozent senken. Das Unternehmen habe seine Preise zuvor „spekulativ überhöht“. Am Freitag standen die Venezolaner in Massen vor den 31 EPK-Filialen im ganzen Land Schlange, um unter Aufsicht der Nationalgarde und der Polizei Jagd auf die staatlich verordneten Schnäppchen zu machen.

          Vor zwei Wochen hatte die Regierung bereits das Lager des größten Spielwarenhändlers im Land beschlagnahmen lassen. Fast vier Millionen beschlagnahmte Barbiepuppen und andere Spielzeugartikel werden jetzt von Maduros „Lokalen Komitees für die Versorgung und die Produktion“ pünktlich zum Fest an bedürftige Familien abgegeben. Maduros Weihnachtsgeschenke sind freilich nur ein schwacher Trost für eine Bevölkerung, die unter der höchsten Inflation der Welt leidet (etwa 600 Prozent) und aufgrund einer missglückten Bargeldreform der Regierung nicht einmal über ausreichend viele Banknoten für den Weihnachtseinkauf verfügt.

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