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Gasvertrag mit China : Russland macht sich vom Westen unabhängiger

  • Aktualisiert am

Auf die Pipelines kommt mehr Druck. Bild: AP

Vor ein paar Monaten erst hat Russland einen Gas-Liefervertrag mit China abgeschlossen. Jetzt verdoppelt es die Menge.

          Russland und China haben eine Vereinbarung über umfangreiche zusätzliche Gaslieferungen geschlossen. Nach einem Treffen zwischen Präsident Wladimir Putin und Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping vor dem Asien-Pazifik-Gipfel (Apec) in Peking unterzeichneten beide Seiten am Sonntag eine Absichtserklärung über die Bedingungen für Gaslieferungen entlang einer westlichen Route von den Vorkommen in Westsibirien nach China, die 2019 aufgenommen werden sollen, wie die russische Nachrichtenagentur Itar-Tass berichtete.

          Das neue Liefergeschäft könnte die Abhängigkeit Russlands vom europäischen Markt verringern, der ebenfalls aus Westsibirien bedient wird. Vor dem Hintergrund der Spannungen um die Ukraine und der Sanktionen liegt Putin laut Experten viel an einer Unterzeichnung der Absichtserklärung, deren Details aber nicht genannt wurden.

          Schon im Mai hattn Russland und China  ein 30-jähriges Gasgeschäft über 38 Milliarden Kubikmeter mit einem Umfang von 400 Milliarden Dollar über die Ostroute unterzeichnet. Das war bisher ungefähr so viel, wie Russland jährlich auch an Deutschland liefert. Der Vertrag wurde von Experten als betriebswirtschaftlich unprofitabel, aber strategisch wichtig gedeutet.

          In dem neuen Geschäft geht es um jährlich 30 Milliarden Kubikmeter über 30 Jahre. Dafür muss eine neue Pipeline gebaut werden. „Mittelfristig“ könnten die Lieferungen an China größer werden als die Mengen für Europa, sagte der Chef des Gasprom -Konzerns, Alexej Miller.

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