https://www.faz.net/-gqe-wemi

Neue Umfrage : Ein Fünftel der größeren Firmen verlagert Jobs

  • Aktualisiert am

Bei Nokia sind 2300 Mitarbeiter von der Verlagerung des Werkes betroffen Bild: AP

Seitdem Nokia die Verlagerung seines Bochumer Werkes nach Rumänien bekannt gegeben hat, ist das Thema wieder in aller Munde: Im Ausland produziert es sich oft billiger, Firmen ziehen Jobs aus Deutschland ab. Doch wie stark ist dieser Trend? Das Statistische Bundesamt hat 20.000 Unternehmen befragt.

          Deutsche Unternehmen haben bei der Verlagerung wirtschaftlicher Aktivitäten ins Ausland in den vergangenen Jahren vorrangig die zwölf neuen EU-Mitgliedstaaten angesteuert. Rund 14 Prozent der Unternehmen mit 100 und mehr Beschäftigten haben zwischen 2001 und 2006 einen Teil ihrer wirtschaftlichen Aktivitäten ins Ausland verlagert, weitere 4 Prozent planen eine Verlagerung bis Ende 2009, teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden als Ergebnis einer EU-weiten Befragung von 20.000 Unternehmen mit. Etwa 60 Prozent der verlagernden Unternehmen wechselten in die zwölf neuen EU-Mitgliedstaaten.

          Weitere 36 Prozent nahmen Verlagerungen nach China, 30 Prozent in die 15 bisherigen EU-Mitgliedstaaten vor. Viele Unternehmen nannten mehrere Länder. Die Industrie war der Statistikbehörde zufolge mit rund 26 Prozent ihrer Unternehmen am deutlichsten an Verlagerungen ins Ausland beteiligt, insbesondere der Hochtechnologiebereich der Industrie trat mit einer Auslagerungsquote von 33 Prozent stark hervor.

          188.000 Arbeitsplätze fielen durch Verlagerung weg

          Zu den überwiegend positiven Erfahrungen der Unternehmen im Ausland zählten die bessere Positionierung im Wettbewerb, die 73 Prozent der Firmen genannt hätten, und die geringeren Lohnkosten (67 Prozent). Der leichtere Zugang zu neuen Märkten sei von 55 Prozent als Vorteil gesehen worden. 14 Prozent wiesen auf den Anstieg des logistischen Aufwandes als nachteiligen Effekt hin.

          In den Unternehmen fielen den Angaben zufolge durch die Verlagerung einzelner Funktionen ins Ausland zwischen 2001 und 2006 den Angaben zufolge gut 188.000 Arbeitsplätze weg. Gleichzeitig seien von den verlagernden Unternehmen an den früheren Standorten in Deutschland mehr als 105.000 Arbeitsplätze neu geschaffen worden.

          Weitere Themen

          Als die Grenze fiel Video-Seite öffnen

          August 1989 : Als die Grenze fiel

          Die Welt hat lange stillgestanden an der ungarisch-österreichischen Grenze. Bis zum 19. August 1989. Dann, vor 30 Jahren, platzte zwischen Fertörákos und Mörbisch eine Nahtstelle des Eisernen Vorhangs – mit weitreichenden Folgen für die Region und ganz Europa.

          Topmeldungen

          Proteste in Hongkong : „Wenn sie kommen, gehen wir einfach nach Hause“

          Hunderttausende protestieren in Hongkong gegen die chinesische Regierung. Von Einschüchterungen aus Peking und der Drohung, die Proteste mit Gewalt niederzuschlagen, lassen sie sich nicht einschüchtern.
          Roboter und Algorithmen übernehmen immer mehr unserer Arbeit, deswegen muss sich auch die Art der Altersversorgung ändern.

          Die DigiRente : Neue Altersvorsorge für die digitale Ära

          Wie die Menschen beim Einkaufen zu Anteilseignern digitaler Maschinen und Algorithmen werden und damit sinnvoll Altersvorsorge betreiben und Vermögen bilden können. Ein Gastbeitrag.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.