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Neue Berechnungen : Nettolöhne sinken um bis zu 67 Euro im Jahr

Die Datev hat gerechnet: zwölf Monatsgehältern, gesetzliche Krankenkasse, westliches Bundesland Bild: Lisowski, Philip

Wer 6000 Euro und mehr verdient, muss sich 2014 auf ein geringeres Nettogehalt einstellen. Die größte Entlastung hat ein verheirateter Arbeitnehmer ohne Kinder, der 3500 Euro im Monat verdient.

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          Die erste Gehaltsabrechnung in diesem Jahr wird für einige Arbeitnehmer eine unangenehme Botschaft enthalten. Wer zwischen 5550 und 6000 Euro verdient, muss sich darauf einstellen, dass er am Monatsende weniger auf sein Konto überwiesen bekommt. Das zeigen Berechnungen des Softwareanbieters Datev. Die Steuer- und Abgabenlast hängt von vielen Faktoren ab: Neben dem Einkommen zählen dazu der Familienstand, die Zahl der Kinder, die Entfernung zum Arbeitsplatz und ob es weitere Werbungskosten in signifikanter Höhe oder Sonderausgaben gibt.

          Manfred Schäfers

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

          Die Genossenschaft, die Programme für die Steuerberater entwickelt, hat mit zwölf Monatsgehältern gearbeitet, die Versicherung in der gesetzlichen Krankenkasse unterstellt, ein westliches Bundesland den Berechnungen zugrunde gelegt und die Kirchensteuer ausgeklammert, damit die Ergebnisse vergleichbar sind. Die Berechnungen ergeben ein erstaunlich stabiles Bild: Wer weniger als 5500 Euro im Monat verdient, kann auf eine Entlastung hoffen, wer mehr hat, muss sich auf höhere Abzüge einstellen.

          Veränderung der Jahresnettoeinkommens 2013 auf 2014

          Grund sind die Änderungen, die es zum Jahreswechsel gab – oder mit dem Verzicht auf die eigentlich gesetzlich vorgesehene Beitragssenkung in der Rentenversicherung eben nicht gab. Damit schlagen drei Faktoren voll durch, von denen sich zwei entlastend und einer belastend auswirken: erstens die Aufstockung des Grundfreibetrags in der Einkommensteuer; zweitens die Anhebung des Teils der Altersvorsorgeaufwendungen, der steuerfrei bleibt; drittens die Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenze in den Sozialversicherungen.

          Letzteres führt bei Gutverdienern dazu, dass ein größerer Teil des Einkommens Abzügen unterworfen wird. Im Westen können im Monat auf zusätzlich 150 Euro und im Osten auf 100 Euro Beiträge zur Renten- und Arbeitslosenversicherung fällig werden. Für diese liegt die Einkommensgrenze nunmehr bei 5950 Euro im Westen und 5000 Euro im Osten. In der Kranken- und Pflegeversicherung stieg die Beitragsbemessungsgrenze um 112,50 Euro auf 4.050 Euro im Monat. Nach der alten Gesetzeslage wäre der Rentenbeitrag von 18,9 Prozent gesunken.

          Die größte Einsparung: 135 Euro mehr im Jahr

          Die damit verbundene Entlastung um bis zu 17,85 Euro im Monat haben Union und SPD verhindert, um die geplanten höheren Rentenleistungen (für Mütter mit vor 1992 geborenen Kindern, abschlagsfreie Rente mit 63 Jahren, höhere Erwerbsminderungsrenten) finanzieren zu können. Die größte Entlastung hat ein verheirateter Arbeitnehmer ohne Kinder, der 3.500 Euro im Monat verdient. Ihm bleiben nach den Berechnungen von Datev 135 Euro im Jahr mehr übrig. Von den 42.000 Euro, die er im Jahr verdient, bleiben ihm nun 29.288 Euro.

          Demgegenüber werden einem alleinstehenden Arbeitnehmer ohne Kinder, der ein Gehalt von 6.000 Euro im Monat bezieht, dieses Jahr 67 Euro mehr an Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen abgezogen. Dieser Betrag bleibt auch für höhere Einkommen konstant. Auf das Jahr bezogen heißt das: Einem kinderlosen Ledigen mit 72.000 Euro Jahresgehalt verbleiben am Ende dieses Jahres 40.476 Euro.

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