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Netzwerk Steuergerechtigkeit : „Deutschland ist ein Eldorado für Geldwäsche“

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Immer wieder kommt auch der Verdacht der Geldwäsche in Spielhallen auf. Bild: Sick, Cornelia

Deutschland ist nach Einschätzung von Nicht-Regierungsorganisationen und kirchlichen Gruppen ein „Eldorado für Geldwäsche“. In der Bundesrepublik werden demnach jährlich zwischen 29 und 57 Milliarden Euro gewaschen.

          Deutschland gehört weiterhin zu den weltweit zehn gefragtesten Steueroasen. Das geht aus dem am Donnerstag in London von dem Bündnis „Tax Justice Network“ vorgestellten „Schattenfinanzindex“ hervor. Im Vergleich zu der Vorgängerstudie aus dem Jahr 2011 stieg die Bundesrepublik um einen Rang von Platz 9 auf Platz 8. Angeführt wird das Ranking wie 2011 von der Schweiz; es folgen Luxemburg, Hongkong die Kaimaninseln und Singapur.

          Von den großen Industrienationen belegen außer Deutschland auch die Vereinigten Staaten und Japan einen Platz in der Spitzengruppe. Neu in den Top Ten ist der Libanon. Für die laut eigenen Angaben größte Studie zur weltweiten Schattenwirtschaft untersuchten die Autoren das Finanzgebaren in 82 Ländern und britischen Überseegebieten wie Jersey, den Jungfraueninseln oder Gibraltar. Nähme man alle diese Besitzungen zusammen, sei Großbritannien mit Abstand die wichtigste Steueroase, hieß es.

          Die im „Tax Justice Network“ zusammengeschlossenen Organisationen, zu denen auch das katholische Hilfswerk Misereor gehört, warfen den Verantwortlichen vor, mit intransparenten Geldgeschäften Armut und Misswirtschaft in Entwicklungsländern zu fördern. Ein eigener Bericht für Deutschland geht unter anderem davon aus, dass in der Bundesrepublik zwischen 29 und 57 Milliarden Euro jährlich gewaschen werden. Das Geld stamme zu Teilen aus der organisierten Kriminalität sowie aus den Taschen korrupter Politiker aus Afrika, Asien oder Lateinamerika.

          Misereor äußerte vor allem Kritik an einer „aggressiven Doppelbesteuerungspolitik“ der Bundesregierung. Dieses Vorgehen ziehe Kapital aus den armen Ländern des Südens ab und trage damit zu einem Fortbestehen von Armut und Hunger bei.

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