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Netzentgelte : Bundesnetzagentur will Renditen der Energiekonzerne kürzen

  • Aktualisiert am

Die Netzagentur moniert vor allem zu hohe Durchleitungsentgelte bei Gasnetzen Bild: dpa

Die Übertragungsnetze für Strom und Gas in Deutschland sind derzeit weitgehend im Besitz der vier großen Energieversorger Eon, RWE, Vattenfall und EnBW. Andere Stromanbieter müssen den Netzbesitzern Durchleitungsgebühren zahlen. Die Bundesnetzagentur will die Höhe der Entgelte nun stärker begrenzen als bislang geplant.

          Strom- und Gaskunden können für das kommende Jahr auf niedrigere Gebühren der Energieversorger hoffen. Die Bundesnetzagentur will die Renditen der Betreiber von Strom- und Gasnetzen kürzen. Das gab die Behörde am Dienstag bekannt. Der Entwurf wurde im Internet veröffentlich. Demnach müssten sich die Konzerne auf Einschnitte von bis zu 15 Prozent einstellen. Einem Gutachten der Bundesnetzagentur zufolge sollten sich Betreiber von Strom- und Gasnetzen ab 2009 mit Renditen in Höhe von 7,82 Prozent begnügen. Derzeit lägen die Profitraten von Stromnetzbetreibern bei 7,91 Prozent und von Gasnetzunternehmen bei 9,2 Prozent.

          Nach Einschätzung von Berhördenchef Matthias Kurth besteht sogar Spielraum, die Renditen der Unternehmen in Zukunft noch weiter zu kürzen. Das Gutachten rechtfertige eine Absenkung der Ertragsraten bis auf 7,27 Prozent, sagte Kurth dem „Handelsblatt“. Der Vergleich mit Energienetzbetreibern in anderen Staaten weltweit zeige, dass solche Einschnitte für die Unternehmen nicht existenzbedrohend wären. „Wenn man in anderen Ländern mit geringeren Renditen leben kann, warum soll das nicht auch in Deutschland möglich sein?“, sagte Kurth der Zeitung. Aus Sicht der Netzbetreiber seien die angekündigten Kürzungen jedoch unangemessen, berichtet die Zeitung.

          Anreizregulierung ändert ab 2009 das System

          Die Eigenkapitalverzinsung ist ein zentrales Element für die Bestimmung der Erlöse, die die Netzbetreiber ab kommendem Jahr für die Mitbenutzung ihrer Leitungen bekommen dürfen. Sie kassieren dafür bislang rund 19 Milliarden Euro pro Jahr von anderen Unternehmen. Bei der Festlegung der Entgelte orientiert sich die Bundesnetzagentur bisher an den Kosten der Netzbetreiber. Mit der so genannten Anreizregulierung ändert sich ab 2009 das System. Die Behörde schreibt den Unternehmen dann Erlös-Obergrenzen vor, die innerhalb der nächsten zehn Jahre schrittweise sinken. Das soll sie zu mehr Effizienz anhalten. Je effizienter ein Anbieter aufgestellt ist, umso mehr kann er an der Durchleitung verdienen.

          Die Übertragungsnetze für Strom und Gas in Deutschland sind derzeit weitgehend im Besitz der vier großen Energieversorger Eon, RWE, Vattenfall und EnBW. Verbraucherschützer kritisieren deswegen seit langem, dass dadurch der Wettbewerb auf dem Strom- und Gasmarkt gehemmt werde. Andere Stromanbieter müssen an die Netzbesitzer Durchleitungsgebühren für den Transport von Strom und Gas zahlen. Zuletzt hatte vor einigen Wochen der Energiekonzern Eon auf Druck der Europäischen Kommission hin angekündigt, sein Strom-Transportnetz verkaufen zu wollen. Auch RWE hatte in den vergangenen Monaten Bereitschaft zu einer Ausgliederung des Höchstspannungsnetzes aus dem Konzern signalisiert.

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