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Nach Interview : BMW reagiert gelassen auf Trumps Drohungen

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Ab 2019 will BMW 3er Limousinen in Mexiko produzieren. Bild: Bmw

Der deutsche Autokonzern zeigt sich erst einmal unbeeindruckt: BMW will an seinen Plänen, ein Werk in Mexiko zu bauen, festhalten. Wirtschaftsminister Gabriel warnt davor, in Hektik zu verfallen.

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          Der Autobauer BMW zeigt sich unbeeindruckt von der Kritik des designierten amerikanischen Präsidenten Donald Trump und hält an seinen Plänen für ein Werk in Mexiko fest. „Die BMW Group ist in den USA zuhause“, erklärte das Unternehmen am Montag in München und reagierte damit auf Interview-Äußerungen Trumps. In dem Werk in San Luis Potosí in Mexiko werde von 2019 an die BMW 3er Limousine gebaut. „Die Produktion ist für den Weltmarkt bestimmt. Somit wird das Werk in Mexiko die bisherigen 3er-Prouktionsstätten in Deutschland und China ergänzen“, erklärte das Unternehmen.

          Trump hatte in einem Interview der „Bild“-Zeitung und der Londoner „Times“ mit Blick auf deutsche Autobauer gesagt: „Sie können Autos für die USA bauen, aber sie werden für jedes Auto, das in die USA kommt, 35 Prozent Steuern zahlen.“ Dabei erklärte er allerdings auch: „Wenn sie also für die Welt Autos bauen wollen, würde ich ihnen alles Gute wünschen.“

          Erster Spatenstich für die BMW Fabrik in San Luis Potosi, Mexiko: Hermann Bohrer, Oliver Zipse, Dr. Juan Manuel Carreras, Milagros Caiña-Andree, Rogelio Garza Garza (v.l.n.r.) Juni 2016
          Erster Spatenstich für die BMW Fabrik in San Luis Potosi, Mexiko: Hermann Bohrer, Oliver Zipse, Dr. Juan Manuel Carreras, Milagros Caiña-Andree, Rogelio Garza Garza (v.l.n.r.) Juni 2016 : Bild: BMW

          Auch Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hat angesichts der massiven Kritik von Trump zur Gelassenheit gemahnt. "Ich kann nur raten aufgrund solcher Positionen nicht hektisch zu werden, sondern abzuwarten, was passiert", sagte der SPD-Chef am Montag bei einer Talkrunde auf "bild.de". Deutschland sei nicht unterlegen, es sei ein starkes Land und müsse jetzt selbstbewusst sein. Er warnte Amerika jedoch auch vor einer Abschottung durch Strafsteuern etwa für im Ausland produzierte Autos gewarnt. "Die amerikanische Autoindustrie wird dadurch schlechter, schwächer und teurer", sagte der SPD-Vorsitzende der "Bild". Zudem würden sich amerikanische Autobauer umgucken, wenn auch Zulieferteile, die nicht in den Vereinigten Staaten produziert würden, mit Strafzöllen belegt würden, sagte Gabriel. Dieser hatte beklagt, dass zu viele deutsche und zu wenige amerikanische Autos in New York zu sehen seien.

          Auf die Frage, wie dies zu ändern sein, sagte Gabriel: "Dafür müssen die USA bessere Autos bauen." Er äußerte zudem Zweifel daran, ob Trump seine Pläne etwa für Strafsteuern auf aus Mexiko importierte Autos überhaupt umsetzen könne: "Ich würde mal abwarten, was dazu der von Republikanern dominierte Kongress sagt. Das sind eigentlich Politiker, die das Gegenteil von Herrn Trump wollen." Zur Forderung Trumps, BMW solle ein neues Werk in Amerika und nicht in Mexiko bauen, verwies Gabriel auf die Fabrik in Spartanburg. Dort hat BMW seit vielen Jahren ein großes Werk, das für den amerikanischen und den Weltmarkt produziert.

          Regierungssprecher Steffen Seibert sagte am Montag in Berlin, die Bundesregierung warte die Amtseinführung Trumps ab und werden dann eng mit der neuen amerikanischen Regierung zusammenarbeiten. Eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums ergänzte, für alle handelspolitischen Schutzinstrumente gälten die Vorgaben der Welthandelsorganisation WTO. Seibert sagte, er werde Einzelaspekte des Interviews nicht aufgreifen, die Position der Bundesregierung zu einer Vielzahl der von Trump angesprochenen Themen sei bekannt.

          Boris Johnson zeigt sich erfreut

          Es gibt jedoch auch freudige Stimmen nach dem Interview: Der britische Außenminister Boris Johnson hat Donald Trumps Äußerungen zu einem möglichen amerikanisch-britischen Handelspakt für die Zeit nach dem Brexit begrüßt. „Ich denke, es sind sehr gute Nachrichten, dass die USA ein gutes Freihandelsabkommen mit uns abschließen wollen und dass sie es schnell machen wollen“, sagte Johnson am Montag am Rande eines EU-Treffens in Brüssel. Es müsse jedoch ein Deal sein, der die Interessen beider Seiten berücksichtige.

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