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Kommentar : Der Motor der EU

  • -Aktualisiert am

Macron-Anhänger feiern den Sieg des jungen Präsidenten. Bild: dpa

Die EU kann die Zukunft nur mit mehr Marktwirtschaft gewinnen, nicht mit noch mehr Umverteilung von Steuergeld durch Brüssel. Kann der neue französische Präsident Macron die großen Hoffnungen in ihn erfüllen?

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          Kann Frankreichs neuer Präsident die Stimmung im Land drehen, die noch schlechter als die Lage ist? In Deutschland scheint vielen gar nicht bewusst zu sein, wie gegensätzlich die Wahrnehmungen der politischen und wirtschaftlichen Lage in den Nachbarländern ist. Nur noch 15 Prozent der Franzosen vertrauen dem politischen System, das tut hierzulande eine satte Mehrheit von zwei Drittel.

          Neun von zehn Deutschen sind der Ansicht, das Land stehe wirtschaftlich gut da, hingegen halten drei von vier Franzosen ihre Lage für schlecht. Die Aussichten für die junge Generation seien gut, meinen die meisten Deutschen, während die überwältigende Mehrheit der Franzosen die Chancen der Jungen als schlecht einschätzt. Diese erschütternden Zahlen einer Meinungsumfrage von Allensbach und Kantar Public France, die kürzlich in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vorgestellt wurde, erklären das Wahlverhalten der Franzosen.

          Deutsche sehen Globalisierung positiver

          In der Krise ist in Frankreich die Skepsis gegenüber dem Markt und der Globalisierung weiter gewachsen. Obwohl nichts so wichtig ist wie der Kampf gegen die Arbeitslosigkeit, wollen die meisten Franzosen die 35-Stunden-Woche nicht abschaffen und auch nicht länger als bis 62 arbeiten.

          Die Globalisierung lehnen die meisten Franzosen ab, sie fürchten um ihre kulturelle Identität. Deshalb ist dort die Neigung zu Protektionismus und der Widerstand gegen Reformen so ausgeprägt. Hingegen meint nur einer von zehn Deutschen, dass die Globalisierung dem Land schade.

          Europa atmet auf : Macron wird französischer Präsident

          Bemerkenswerterweise haben viele Franzosen den Eindruck, in einer statischen Gesellschaft zu leben, die sich kaum bewegt. Ganz anders ist das in Deutschland. Offenbar ist die Zufriedenheit in dem Land größer, das die Herausforderungen einer globalisierten und digitalen Welt annimmt, auch wenn das Tempo des damit verbundenen Wandels vielen Menschen zu schaffen macht.

          Kann Emmanuel Macron die in ihn projizierten Hoffnungen erfüllen? In Deutschland ist die Begeisterung für den neuen Präsidenten Frankreichs groß. Dabei waren seine Reformversprechen zaghaft, anders als seine europapolitischen Zumutungen für Berlin (etwa Eurobonds).

          Wie Macron mit Zurückhaltung die lähmend hohe Staatsquote in Frankreich von fast 57 Prozent (Deutschland 44) senken will, bleibt sein Geheimnis. Damit der deutsch-französische Motor Europa wieder Schwung verleiht, müssen die Chancen der Globalisierung angenommen werden. Die EU kann die Zukunft nur mit mehr Marktwirtschaft gewinnen, nicht mit noch mehr Umverteilung von Steuergeld durch Brüssel.

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