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Nach drei Jahren dauernden Verhandlungen : Amerika und Südkorea schließen Freihandelsabkommen

  • Aktualisiert am

Amerikas Präsident Barack Obama Bild: REUTERS

Die Vereinigten Staaten und Südkorea haben ein Freihandelsabkommen vereinbart. In fünf Jahren sollen Zölle auf Waren, die die Länder miteinander handeln, abgeschafft sein. Es soll das größte Handelsabkommen Amerikas seit 15 Jahren sein.

          Die Vereinigten Staaten und Südkorea haben nach dreijährigen Verhandlungen ein Freihandelsabkommen abgeschlossen. Die Vereinbarung soll binnen fünf Jahren die Zölle auf 95 der zwischen beiden Ländern gehandelten Waren beseitigen, wie die Regierungen in Washington und Seoul mitteilten. Experten zufolge ist die Vereinbarung voraussichtlich das größte Handelsabkommen der Vereinigten Staaten seit dem Nordamerikanischen Freihandelsabkommen (NAFTA) mit Kanada und Mexiko aus dem Jahr 1994. Die Vereinbarung muss noch durch die Parlamente beider Staaten ratifiziert werden.

          Durch das Abkommen würden die amerikanischen Ausfuhren nach Südkorea um 11 Milliarden Dollar (8,3 Milliarden Euro) gesteigert und es sichere mindestens 70.000 Jobs in Amerika, sagte der amerikanische Präsident Barack Obama am Freitagabend mit. Er wies vor allem auf die Vorteile für amerikanische Auto- und Lastwagenhersteller hin, die damit einen besseren Zugang zum koreanischen Markt erhielten.

          Der südkoreanische Präsident Lee Myung-bak sagte: „Diese Vereinbarung ist bedeutend, da sie die Interessen beider Länder ausgeglichen widerspiegelt und die Grundlage für Gewinne auf beiden Seiten legt.“ Südkorea ist bisher der achtgrößte Handelspartner der USA. 2009 hatten sich die US-Exporte nach Südkorea auf 29 Milliarden Dollar belaufen.

          Nach fünf Jahren sollen die Zölle abgeschafft werden

          Ein Durchbruch bei den Verhandlungen war noch zu Obamas Besuch in Südkorea zum G-20-Gipfel Mitte November nicht in Sicht gewesen. Zuletzt wurde vier Tage lang bei Washington erneut verhandelt. Knackpunkt waren die Importe südkoreanischer Autos in die Vereinigten Staaten. Die durch die Wirtschaftskrise schwer gebeutelte amerikanische Autoindustrie hatte eine Flut von Importwagen aus dem Land befürchtet.

          Die Vereinigten Staaten dürfen nun ihren bisherigen Zoll von 2,5 Prozent in den nächsten fünf Jahren beibehalten. Südkorea muss dagegen seinen Importaufschlag für US-Wagen umgehend auf vier Prozent halbieren. Nach fünf Jahren sollen die Zölle auf beiden Seiten abgeschafft werden. Zudem wurden die Sicherheitsvorgaben für die Einfuhr von amerikanischen Fahrzeugen nach Südkorea gelockert.

          Das Abkommen muss noch ratifiziert werden. Die amerikanische Handelskammer in Seoul geht davon aus, dass die Vereinbarung im Juli 2011 in Kraft tritt.

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