https://www.faz.net/-gqe-90se3

Mitten im Handelsstreit : China ist wieder Amerikas größter Gläubiger

  • Aktualisiert am

Bei keinem anderen Land haben die Vereinigten Staaten so viele Schulden wie bei China. Bild: Reuters

Donald Trump will Chinas Handelspraktiken untersuchen lassen, es droht ein Wirtschaftskonflikt. Wie wichtig China inzwischen für die Vereinigten Staaten ist, zeigen aktuelle Zahlen zu Amerikas Schulden.

          1 Min.

          Mitten im sich verschärfenden Handelskonflikt mit China ist das asiatische Land wieder größter Gläubiger der amerikanischen Regierung: Keinem anderen Land der Welt schuldet der amerikanische Staat so viel Geld wie China - insgesamt 1,15 Billionen Dollar (rund 980 Milliarden Euro).

          So hoch bezifferte das amerikanische Finanzministerium in einer am Dienstagabend veröffentlichten Statistik den Bestand an amerikanischen Staatsanleihen und anderen Schuldtiteln in chinesischen Händen Ende Juni. Ende Mai waren es noch rund 44 Milliarden Dollar weniger.

          Mit dem Anstieg im Juni löste China auch Japan wieder als größten Gläubiger ab. Das Volumen von amerikanischen Schuldpapieren in japanischer Hand sank im Januar im Monatsvergleich um 20,5 Milliarden Dollar auf 1,09 Billionen Dollar. Zusammen kommen die beiden asiatischen Länder auf zwei Drittel des Volumens der amerikanischen Anleihen, die in ausländischer Hand liegen. Japan hatte China erst im vergangenen Herbst als größten Gläubiger der Vereinigten Staaten abgelöst.

          Am Dienstag war der Handelsstreit zwischen China und den Vereinigten Staaten weiter eskaliert. Das Vorgehen Amerikas erbost die Führung in Peking. Nach der Ankündigung von Amerikas Präsident Donald Trump, chinesische Handelspraktiken genauer unter die Lupe zu nehmen, drohte China am Dienstag im Falle von Sanktionen mit Gegenmaßnahmen.

          Der amerikanische Handelsbeauftragte Robert Lighthizer sagte, die Untersuchung habe oberste Priorität. Unter anderem soll es darum gehen, den Diebstahl geistigen Eigentums zu verhindern - etwa beim Kopieren von Patenten, bei der Umgehung von Markenschutz und beim Ausspionieren von vertraulich zu behandelnder Technologie. Trump wirft China seit langem „unfaire“ Handelspraktiken vor. Unter anderem werfe Peking Stahl zu Dumpingpreisen auf den amerikanischen Markt. In der vergangenen Woche hatte das amerikanische Handelsministerium Strafmaßnahmen gegen chinesische Alufolien-Importe angekündigt.

          Chinesische Produzenten wollen sich dagegen juristisch wehren. Der Warenhandel zwischen beiden Ländern hat im vergangenen Jahr 578 Milliarden Dollar erreicht. Die Chinesen exportieren für 347 Milliarden Dollar mehr in die Vereinigten Staaten als die Amerikaner nach China.

          Weitere Themen

          Betrugsprozess um VW-Dieselskandal startet Video-Seite öffnen

          Braunschweig : Betrugsprozess um VW-Dieselskandal startet

          Vor dem Landgericht müssen sich vier teils ehemalige Manager und Ingenieure des Autokonzerns wegen des Vorwurfs des gewerbs- und bandenmäßigen Betrugs und weiterer Delikte verantworten.

          Topmeldungen

          Wiedergewählt im zweiten Anlauf: Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (links) bei der Vereidigung

          Wahl Reiner Haseloffs : Acht Abweichler sollt ihr sein

          Schon wieder wird Sachsen-Anhalts Ministerpräsident erst im zweiten Anlauf bestätigt. In Magdeburg wird wild spekuliert: War es ein organisierter Aufstand? Oder eine Verkettung von Einzelaktionen?
          Ohne Test oder Impfung geht in Italien bald gar nichts mehr.

          Italien prescht vor : Zur Arbeit nur noch mit Test oder Impfung

          Wer kein Zertifikat über eine Impfung oder einen Test vorweisen kann, darf in Italien vom 15. Oktober an nicht mehr zur Arbeit in Büros, Behörden, Geschäften oder der Gastronomie gehen. Und in Frankreich müssen 3000 nicht geimpfte Pflegekräfte ihren Posten räumen.
          Australien taucht ab – aber nicht mehr mit U-Booten aus Frankreich.

          Sicherheitspakt im Pazifik : Ein Deal entzweit den Westen

          Australien, die USA und Großbritannien haben einen Sicherheitspakt geschlossen, der Canberra Zugang zu Atom-U-Booten ermöglicht. Frankreich fühlt sich durch die Vereinbarung betrogen und reagiert enttäuscht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.